Rund 9.800 Euro für Übernachtung und Verpflegung in Kitzbühel – und keine genaue Aufstellung der Fahrtkosten. Eine parlamentarische Anfrage des freiheitlichen Abgeordneten Thomas Spalt wirft neue Fragen zu den Reise- und Repräsentationsausgaben von ÖVP-Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig auf. Auch die Kosten für seine Berlin-Reise wurden nachträglich nach oben korrigiert.
Kitzbühel: Rechnung mit offenen Posten
Für das Hahnenkamm-Wochenende Ende Jänner bezifferte das Ministerium die Übernachtungen mit 4.901,50 Euro brutto. Beim Austausch mit dem italienischen Landwirtschaftsminister und dessen Delegation kamen 4.927,80 Euro für Verpflegung hinzu. Zusammen sind das 9.829,30 Euro.
Die An- und Abreise erfolgte mit Dienstkraftwagen des Ministeriums. Was die Fahrten kosteten, kann das Ressort laut Anfragebeantwortung aus verwaltungstechnischen Gründen nicht genau aufschlüsseln. Auch Reisekosten und Diäten seien nicht präzise ausweisbar. Die Frage, wie hoch die Gesamtrechnung für das Wochenende tatsächlich ausfiel, bleibt damit teilweise offen.
Rennkarten ohne bekannten Geldwert
Die Eintrittskarten für das Abfahrtsrennen stellte der Österreichische Skiverband zur Verfügung. Ihren Wert kann das Ministerium nach eigenen Angaben nicht nennen: Auf den Karten habe keine Preisangabe gestanden. Für Betriebsbesuche und Empfänge am 22. und 23. Jänner seien keine Kosten im Sinne der Anfrage angefallen.
Die Anfrage zielte auf die Kosten für Totschnigs Teilnahme am Rennen und an der Grünen Woche in Berlin. Dass einzelne Posten nicht beziffert werden können, macht eine Gesamtschau für die Öffentlichkeit allerdings schwieriger.
Berlin-Reise wurde teurer
Auch bei der Grünen Woche änderte sich die Kostenrechnung. Aus zunächst genannten 5.183,88 Euro an „sonstigen Kosten“ wurden nach einem Refundierungsersuchen der Österreichischen Botschaft in Berlin insgesamt 7.094,98 Euro brutto. Darin enthalten waren 2.261,05 Euro für Übernachtungen sowie 3.185,18 Euro für Saalmiete, Medientechnik, Auf- und Abbau und Catering einer Pressekonferenz.
Hinzu kamen 988,30 Euro für Transporte vor Ort und 660,45 Euro für eine rasche Abfertigung am Flughafen Berlin. Die nachträgliche Korrektur wirft eine naheliegende Frage auf: Warum stand die höhere Summe nicht schon in der ursprünglichen Kostenangabe?
Interview ohne Honorar laut Ministerium
In Berlin traf Totschnig auch die Influencerin Marie Hoffmann. Geplant gewesen sei ein Austausch mit ihr als Agrarexpertin; dabei sei ihr Interviewformat umgesetzt worden. Den Erstkontakt stellte nach Angaben des Ministeriums die Österreichische Botschaft her.
Für Hoffmann oder ihr Team habe das Ressort weder Honorar noch Reise, Hotel oder Verpflegung bezahlt. Auch Akkreditierungen oder sonstige Vergünstigungen habe es nicht gegeben. Das Ministerium erklärt zudem, den Social-Media-Beitrag vor der Veröffentlichung weder abgenommen noch inhaltlich korrigiert zu haben.
Social-Media-Kosten und fehlende Zeiterfassung
Beim Hahnenkamm-Wochenende waren laut Antwort gleich acht Bedienstete gemeldet. Totschnig begleitete eine Pressesprecherin, die Medienvertretern als Ansprechpartnerin zur Verfügung stand. Für Foto- und Videomaterial aus Kitzbühel und Berlin seien neben regulären Gehaltskosten keine Ausgaben für Equipment-Miete, externe Studios oder Postproduktion angefallen.
Für die Social-Media-Verwaltung kostete Swat.io laut Ministerium 25.255,80 Euro im Jahr 2024 und 21.328,80 Euro im Jahr 2025. Mojo schlug in beiden Jahren mit jeweils 39,99 Euro zu Buche; die Meta Business Suite sei kostenlos. Für CapCut war bereits ein monatlicher Betrag von 11,99 Euro genannt worden. Weitere genutzte Dienste und Bilddatenbanken – darunter Canva, ChatGPT, Midjourney, Alamy, Adobe Stock, iStock und Getty Images – lassen sich laut Antwort nicht eigens der Social-Media-Arbeit zurechnen.
Werbekosten: Verweis auf die RTR
Der überwiegende Teil der Arbeitszeit der zuständigen Mitarbeiter in der Abteilung „Strategische Kommunikation und Medien“ entfalle auf Social Media. Eine separate Zeiterfassung gebe es aber nicht. Deshalb könne das Ministerium auch die dafür anfallenden Personalkosten nicht nennen.
Konkrete Summen für Werbeschaltungen auf den verschiedenen Plattformen führt die Antwort ebenfalls nicht an. Stattdessen verweist das Ressort auf die Medientransparenzdatenbank der RTR, in der die Angaben veröffentlicht werden sollen. Für Bürger bleibt damit ein Teil der Kosten nur über eine weitere Stelle nachvollziehbar – während Fahrtkosten, Personalkosten und der Wert der Rennkarten in der Antwort offenbleiben.
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