Mehr Einkommen im Vorjahr, aber real kaum über dem Stand von 2010: Der Grüne Bericht 2026 zeichnet ein alarmierendes Bild der heimischen Landwirtschaft.
Einkommen gestiegen – Kaufkraft bleibt zurück
Die durchschnittlichen Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft stiegen 2025 laut Bericht um 18 Prozent auf rund 47.100 Euro je Betrieb. Gleichzeitig hält das Landwirtschaftsministerium fest: Inflationsbereinigt liegen die bäuerlichen Einkommen weiterhin ungefähr auf dem Niveau von 2010. Für 2026 erwartet der Bericht wegen anhaltender Trockenheit und hoher Betriebskosten wieder rückläufige Einkommen.
Der freiheitliche Landwirtschaftssprecher Albert Royer verwies auf steigende Kosten, Investitionen und Auflagen, die viele Betriebe unter Druck setzten. Seine Kritik richtete sich besonders gegen die ÖVP, die seit Jahrzehnten für die Agrarpolitik mitverantwortlich sei. Die Einkommensbilanz des Vorjahres fällt allerdings nicht nur negativ aus: Das Plus von 2025 geht laut Bericht unter anderem auf höhere Erzeugerpreise, größere Erntemengen und zusätzliche Förderzahlungen zurück.
Weniger Schweinehalter, mehr Milch
Auch zwischen den Sparten zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung sank 2025 laut Statistik Austria um 4,7 Prozent auf 15.800. Gleichzeitig stieg die an Molkereien und Verarbeitungsbetriebe gelieferte Milchmenge um 2,7 Prozent.
Bei den Biobetrieben ist die Entwicklung stabiler: 2025 gab es in Österreich 23.809 Bio-Betriebe, ein Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Dürrehilfe als nächster Streitpunkt
Besonders scharf kritisierte Royer die Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen. Das Dürre-Hilfspaket sieht für landwirtschaftliche Betriebe eine Entlastung von rund 140 Millionen Euro vor. Finanziert wird sie laut Ministerium durch frisches Geld des Finanzministeriums; zugleich wird der Bundeszuschuss zur bäuerlichen Krankenversicherung vorübergehend reduziert. Die Regierung erklärt, Rücklagen würden nicht angetastet und Sozialleistungen nicht gekürzt.
Die FPÖ rechnet die geringeren Bundeszuschüsse über fünf Jahre mit 250 Millionen Euro gegen die einmalige Entlastung auf und spricht von einem schlechten Geschäft für die Bauern. Die Regierung stellt die Maßnahme als vollständig gegenfinanzierte Hilfe dar. Royer fordert zusätzlich, kleine Nebenerwerbsbetriebe bei der Doppelversicherung zu entlasten. Seine zugespitzte Bilanz: „Bauernbund ist Bauernschwund.“
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