Dass man Kommentarschreiber in den sozialen Medien klagt, ist offenbar auch schon bei ÖVP-Politikern Mode geworden. Jetzt hat ÖVP-Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger gleich gegen zwei Leser von unzensuriert rechtliche Schritte eingeleitet.
Hanger als „Luser“ bezeichnet
„Was soll man von so einem Luser erwarten“, schrieb Friedrich P. in einem Kommentar unter ein Facebook-Posting von unzensuriert. Bei diesem Eintrag am 26. September ging es um den Artikel mit dem Titel „ÖVP-Hanger findet Vornamen-Fehler bei FPÖ und wird auf Facebook verspottet“.
„Verlierer und Versager“
Hanger ließ sich die Bezeichnung „Luser“ (wahrscheinlich war das englische Wort „Loser“ gemeint) nicht gefallen. Er ortete eine „Beschimpfung als Ausdruck der Missachtung gegenüber einer Person schlechthin“, wie es in der Privatanklage nun heißt. Denn das Schimpfwort bedeute „Verlierer und Versager“.
Kosten von fast 1.000 Euro
Der Kläger, also Hanger, schickte dem Beklagten auch gleich ein Kostenverzeichnis mit – und machte die Gesamtsumme mit 932,68 Euro fest. Die gleiche Summe will der ÖVP-Abgeordnete auch vom zweiten Beklagten haben, von dem er sich durch eine Beschimpfung ebenfalls herabgewürdigt fühlt.
Man darf gespannt sein, ob ein solches Vorgehen von Politikern mit „Glaskinn“ gegen Bürger weiter Schule macht, oder ob sich Volksvertreter besinnen, nicht gleich bei jeder Lappalie zum Richter zu laufen.
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