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ÖVP-Ministerin Claudia Plakolm trat mit einer Broschüre ins Fettnäpchen – und zieht nun die Reißleine.

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„Erste Hilfe bei Selbstmitleid“: ÖVP-Ministerin Bauer zieht fragwürdigen Ratgeber zurück

Ein umstrittener Ratgeber des Familienministeriums ist verschwunden. ÖVP-Familienministerin Claudia Bauer hat den Folder für Alleinerziehende nach scharfer Kritik vom Netz genommen. FPÖ-Familiensprecherin Ricarda Berger wertet das als Erfolg ihres politischen Drucks.

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„Erste Hilfe bei Selbstmitleid“ sorgt für Wirbel

Im Zentrum der Kritik: ausgerechnet eine Überschrift, die bei einem Ratgeber für Menschen in schwierigen Lebenssituationen auffällt: „Erste Hilfe bei Selbstmitleid“. Darunter wird den Betroffenen geraten, sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen und nicht weiter mit ihrem Schicksal zu hadern. So heißt es im Ratgeber, es liege in ihrer Hand, ob sie weiter mit ihrem Schicksal haderten oder nach dem Motto „So ist es eben – und ich mache das Beste draus“ nach vorne blickten.

Für Berger geht das am eigentlichen Problem vorbei. „Wer nach einer Trennung allein für Kinder, Haushalt und Beruf verantwortlich ist und mit finanziellen Sorgen kämpft, braucht Unterstützung und Respekt, keine Belehrungen über Selbstmitleid“, kritisierte die freiheitliche Mandatarin. Dass der Folder nun verschwunden sei, zeige die berechtigte Kritik.

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Auch beim Kindesunterhalt wird der Ton zum Politikum

Doch nicht nur die Passage zum „Selbstmitleid“ geriet ins Visier der Blauen: Auch die Überschrift „Auge um Auge, Cent um Cent?“ im Abschnitt zum Kindesunterhalt sorgte für Empörung. Der Ratgeber behandelt dort unter anderem finanzielle Fragen rund um die Situation nach einer Trennung.

Damit wurde aus einem vermeintlich hilfreichen Ratgeber plötzlich ein politischer Aufreger. Gerade bei Alleinerziehenden, die mit der Doppelbelastung von Kindern, Beruf und Haushalt konfrontiert sind, wirkt eine derart flapsige oder belehrende Sprache besonders heikel. Berger sieht deshalb nicht nur einen missglückten Folder, sondern ein Problem im Umgang des Ministeriums mit einer besonders belasteten Gruppe.

Bauer unter Druck

Berger legt nach und nimmt die Ministerin direkt in die Pflicht: „Eine Regierung, die ständig mit immer neuen Pannen und Fehltritten auffällt, sollte vielleicht endlich besser kontrollieren lernen, was in ihren Ministerien publiziert wird“, erklärte sie. Gerade Menschen, die ohnehin stark belastet seien, dürften nicht auch noch von ihrem eigenen Familienministerium vor den Kopf gestoßen werden.

Folder jetzt offline

Fest steht: Der umstrittene Ratgeber ist auf der bisherigen Seite des Familienministeriums nicht mehr abrufbar. Die im Ratgeber enthaltenen Formulierungen sind allerdings dokumentiert. Der Folder wurde noch 2026 als offizieller Ratgeber des Bundeskanzleramts veröffentlicht und enthielt unter anderem tatsächlich das Kapitel „Erste Hilfe bei Selbstmitleid“.

Für die FPÖ ist damit der politische Punkt gemacht. „Der Druck hat Wirkung gezeigt. Offenbar hat die Ministerin erkannt, dass dieser Folder nicht tragbar ist“, erklärte Berger. Die Position der Freiheitlichen ist klar: Alleinerziehende brauchen keine moralischen Belehrungen, sondern konkrete Unterstützung.

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