Lisa Fellhofer, Direktorin der Dokumentationsstelle Politischer Islam, schlägt Alarm. „In einzelnen Moscheevereinen, aber auch online, können wir beobachten, dass die Hamas als Vorbild gilt.“ So die Expertin im Interview mit der NZZ.
Vorbild Terror in Wiener Predigten
Ein konkreter Fall macht die Dimension greifbar. Ein Wiener Imam präsentierte in seinen Freitagspredigten über Jahre die Hamas als positives Beispiel. Gleichzeitig sagte er, Österreich sei das Gastland, in dem man als Muslim frei leben könne. Die Prediger, so Fellhofer, seien sich sehr bewusst, dass sie besser nicht direkt zur Gewalt im Land aufrufen.
Die Dokumentationsstelle hatte bereits 2022 in einer Studie zur Islamischen Vereinigung in Österreich (IVÖ) und der Al-Hidaya-Moschee in Leopoldstadt (Wien) dokumentiert, wie der Imam Ibrahim al-Demerdash die Hamas als Vorbild für Glaubensstärke und Märtyrertum lobte – begleitet von antisemitischen Tönen und der Verherrlichung von Märtyrertum.
Linke Bündnispartner und das geplante Verbot
Seit dem Überfall auf Israel im Oktober 2023 haben Hamas-Narrative auch in linksextremen, postkolonialen Gruppen Fuß gefasst. Dort wird die Terrororganisation als Widerstandsbewegung gefeiert, alles andere ausgeblendet. Bei der Organisation Dar al-Janub etwa sollen einzelne Personen mit Hamas-Führern zusammengetroffen sein – Fotos belegen die Kontakte, berichtet die Expertin.
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