Wien streicht die Förderung für den Omadienst. Für viele Familien könnte damit ab Jänner 2027 ein bewährtes Betreuungsangebot wegfallen. Der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien warnt: Ohne neue Finanzierung sei der Dienst praktisch nicht mehr aufrechtzuerhalten.
Förderung soll mit Jahresende enden
Auslöser ist ein Schreiben aus dem Büro von Neos-Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling vom 20. Oktober. Die Stadt begründet den Förderstopp mit der Reform „Kindergarten neu denken“: Künftig werde nur noch gefördert, was unmittelbar zum pädagogischen Kernauftrag der Kindergärten gehöre. Bislang hat die Stadt Wien den Omadienst mit rund 20.000 Euro pro Jahr unterstützt.
Der Dienst ist ein ergänzendes Betreuungsangebot, kein Kindergarten. Die Förderrichtlinie der Stadt Wien beschreibt ihn als flexible, stundenweise Betreuung – etwa für Eltern, die wegen ihrer Arbeit außerhalb üblicher Öffnungszeiten Betreuung brauchen, oder in familiären Notsituationen sind. Die Richtlinie war bis 31. August 2026 befristet und begründete keinen Anspruch auf eine Verlängerung der Förderung.
„Das spricht nicht gegen ihn“
Christopher Erben, stellvertretender Vorsitzender des Familienverbands, hält die Begründung für verfehlt. „Der Omadienst ist kein Kindergartenangebot und wollte nie eines sein“, sagt er. Er helfe dort, „wo Kindergarten und Schule aufhören: am frühen Morgen, am späten Nachmittag, wenn ein Kind krank ist“.
Der Verband erklärt, ohne die Förderung habe er die zuständige Mitarbeiterin kündigen müssen; die gesamten Kosten könne er allein nicht tragen.
Angebot gelistet, Förderung gestrichen
Besonders widersprüchlich erscheint dem Verband, dass die Stadt den Omadienst weiterhin auf ihrer Webseite empfehle. Das Sozialinfo-Verzeichnis führe ihn als Angebot für „Kinderbetreuung zu Hause“, zuletzt aktualisiert im April 2026. „Die Stadt empfiehlt unser Angebot, will es aber nicht mehr unterstützen. Das passt nicht zusammen“, kritisiert Erben.
Der Omadienst wurde 1973 gegründet und vermittelt ältere Betreuungspersonen an Familien. Die Stadt Wien hatte das Angebot zuvor selbst als familienergänzende Betreuung anerkannt und gefördert. Ob der Dienst in Wien nach dem Auslaufen der Förderung weitergeführt werden kann, hängt laut Familienverband nun von einer neuen Finanzierung ab. Die Warnung des Trägers ist deutlich: Ohne Lösung droht das Angebot ab Jänner 2027 de facto zu verschwinden.
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