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Die Stadt Wien will 600.000 Euro für einen Teilvorlass von Elfriede Jelinek zahlen.

Die Stadt Wien will 600.000 Euro für einen Teilvorlass von Elfriede Jelinek zahlen.

600.000 Euro für Jelinek: FPÖ nennt Rathaus-Kauf eine Provokation und verlangt Klarheit

Die Stadt Wien will 600.000 Euro für einen Teilvorlass von Elfriede Jelinek zahlen. Der Kultursprecher der FPÖ Wien, Landtagsabgeordneter Lukas Brucker, nennt den Ankauf eine Provokation für alle, die sich das Leben in der Bundeshauptstadt nicht mehr leisten können, und für Kulturschaffende, die unter der Sparpolitik der Ludwig-SPÖ leiden.

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Archiv ins Rathaus, Preis nach zwei Gutachten

Bekanntgegeben hat die Stadt den Kauf am Dienstagfrüh, knapp zwei Wochen vor Jelineks 80. Geburtstag am 20. Oktober. In die Wienbibliothek im Rathaus soll der erhaltene Teil des literarischen Archivs von Jelinek kommen: Werkmanuskripte, Typoskripte, Korrespondenzen, Lebensdokumente und von ihr selbst angelegte Sammlungen zur Rezeption ihres Werks, von den publizistischen Anfängen bis in die 2000er-Jahre. Der Bestand soll erschlossen und öffentlich zugänglich gemacht werden.

Die Summe sei laut Rathaus nach den Erwerbungsrichtlinien auf Basis eines internen und eines externen Gutachtens ermittelt worden. Der Antrag läuft am Dienstag im zuständigen Gemeinderatsausschuss. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) lässt sich mit den Worten zitieren, Wien übernehme Verantwortung für ein „kulturelles Erbe von Weltrang“. Die Wienbibliothek war bereits 2025 an Jelinek herangetreten. Im Februar erklärte sie sich zu Verkaufsverhandlungen bereit, konkrete Gespräche liefen seit Ende Juli.

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Österreich sei „kleines, böses Land“

Dass ausgerechnet diese Autorin aus dem Kulturbudget bedient wird, reibt sich an dem, was Kritiker seit dem Nobelpreis 2004 als ihre Hauptmotivation benennen. Jörg Haider (FPÖ) sagte damals im ORF, Jelinek sei berühmt geworden, weil sie gegen Österreich gewettert habe, und sprach von Hassgefühlen gegenüber dem eigenen Land. Jelinek selbst war KPÖ-Mitglied und hat den Hass als Quelle ihres Schreibens bezeichnet und Österreich ein „kleines, böses Land“ genannt.

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