Am Samstag zogen nach Behördenangaben rund 550.000 Menschen durch französische Städte, vorgeblich um gegen die Lebenshaltungskosten, hohe Treibstoffpreise und den Zustand der Schulen zu protestieren. Die Gewerkschaft CGT sprach von bis zu 800.000 Teilnehmern.
Erneute Eskalation
Die Demonstrationen eskalierten in mehreren Städten zu Ausschreitungen. In Paris, Marseille, Bordeaux, Lille und anderswo wurden Hunderte Geschäfte geplündert, Autos angezündet und öffentliche Gebäude angegriffen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden zwischen 1.800 und 2.400 Personen festgenommen, Hunderte Polizisten und Gendarmen verletzt. Premierminister Sébastien Lecornu und Emmanuel Macron selbst sprechen zwar „ultralinke Gruppierungen“ und „Kriminelle“ als treibende Faktoren an, klammern die Migrationsproblematik jedoch aus.
Limoges als Symbol
Besonders hart traf es Limoges in der Haute-Vienne. Eine vermummte Gruppe stürmte das Rathaus aus dem 19. Jahrhundert, zündete es an und brachte Dach und Uhrenturm zum Einsturz. Der Präfekt Maurice Barate sprach von einer „Katastrophe für das Kulturerbe“ und einer „wilden Horde“. Bürgermeister Guillaume Guérin (Les Républicains) beschrieb, wie die Polizei von mehreren hundert Angreifern überwältigt wurde. Das Gebäude, das zwei Weltkriege überstanden hatte, wurde weitgehend zerstört.
Wer plündert wirklich?
Macron unterschied in seiner Ansprache zwischen legitimen Protesten und den Gewalttätern. Berichte und Videos, die unter anderem von Visegrád 24 verbreitet wurden, zeigen jedoch bei den Plünderungen in Paris, Marseille und Bordeaux überwiegend junge Männer mit Migrationshintergrund. Macron bleibt bei seiner Linie, die Gewalt ausschließlich Linksextremen und Kriminellen zuzuschreiben und nennt die Täter „Franzosen“. Und er stellte die Frage, wie Franzosen das Frankreich antun könnten.
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