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Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, Kiew habe sich nie an Operationen zur Sprengung von Nord Stream beteiligt. Der Prozess in Hamburg wird dies untersuchen.

Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, Kiew habe sich nie an Operationen zur Sprengung von Nord Stream beteiligt. Der Prozess in Hamburg wird dies untersuchen.

90 Milliarden für Kiew: Nord-Stream-Prozess heizt Debatte um EU-Milliarden an

Die Europäische Union hat die Weichen für ein massives Finanzpaket zugunsten der Ukraine gestellt: Über den Kapitalmarkt sollen insgesamt 90 Milliarden Euro für die Jahre 2026 und 2027 aufgenommen werden. Davon sind indikativ 60 Milliarden Euro für Verteidigungsgüter sowie 30 Milliarden Euro für den ukrainischen Staatshaushalt vorgesehen. Die Finanzierung erfolgt im Wege einer verstärkten Zusammenarbeit von 24 Mitgliedstaaten, während Tschechien, Ungarn und die Slowakei von der Haushaltsgarantie ausgenommen sind. Doch die Bereitstellung dieser Summen fällt zusammen mit dem Beginn eines historisch beispiellosen Prozesses vor dem Oberlandesgericht Hamburg.

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Hamburg-Prozess: Bundesanwaltschaft sieht staatlichen Auftrag

In Hamburg steht der ehemalige ukrainische Armeeoffizier Serhij K. unter anderem wegen des Verdachts eines Kriegsverbrechens gegen zivile Objekte vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, im September 2022 gemeinsam mit einer spezialisierten Einheit die Pipelines „Nord Stream 1“ und „Nord Stream 2“ in der Ostsee gesprengt zu haben. Die Brisanz des Verfahrens liegt vor allem in den Ermittlungsergebnissen der deutschen Bundesanwaltschaft: Diese geht davon aus, dass die Sabotageaktion von langer Hand im Auftrag staatlicher Stellen der Ukraine ausgearbeitet und umgesetzt wurde, um russische Energieexporte nach Westeuropa dauerhaft zu unterbinden.

Politische Erklärungen und verweigerte Auslieferungen

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Die ukrainische Führung weist jede offizielle Beteiligung an dem Anschlag nach wie vor energisch zurück. Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte mehrfach, Kiew habe sich nie an Operationen zur Sprengung von Nord Stream beteiligt. Gleichwohl stützen Rechercheergebnisse und Ermittlungsakten den Verdacht, dass hochrangige militärische Stellen in die Operation eingebunden waren. Das Verfahren offenbart zudem Spannungen innerhalb Europas: Während in Deutschland der Prozess läuft, lehnte Polen die Auslieferung eines weiteren Verdächtigen ab. Ministerpräsident Donald Tusk erklärte damals, es liege nicht im Interesse Polens, diesen Bürger auszuliefern.

Spannungsverhältnis zwischen Wiederaufbau und Ermittlungen

Dass nun 90 Milliarden Euro an Finanz- und Militärhilfen an ein Land fließen, dessen staatliche Akteure von deutschen Ermittlern für die Zerstörung kritischer europäischer Energieinfrastruktur verantwortlich gemacht werden, heizt die politische Debatte weiter an. Kritiker hinterfragen die Vergabe von Milliardenkrediten an einen Staat, dessen Stellen in die Zerstörung von Infrastruktur in europäischen Gewässern verstrickt sein könnten. Der Hamburger Prozess, der bis Februar 2027 angesetzt ist, dürfte diese Debatte über die gesamte Laufzeit des EU-Hilfspakets begleiten.

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