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Was als vertraulicher Gewerkschaftsbericht gedacht war, wird öffentlich und trifft Andreas Babler dort, wo er bisher Rückhalt vermutete.

Was als vertraulicher Gewerkschaftsbericht gedacht war, wird öffentlich und trifft Andreas Babler dort, wo er bisher Rückhalt vermutete.

Selbst rote Gewerkschaft stempelt Andreas Babler als ,,unwählbar“ ab

Die Folien sind intern. Der Befund ist es nicht mehr. Die Kronen Zeitung hat Fotos einer PowerPoint-Präsentation von Josef „Beppo“ Muchitsch eingesehen, gehalten am 8. September vor der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter in der Gewerkschaft Bau-Holz. Darin steht über Parteichef und Vizekanzler Andreas Babler der Satz, der in der SPÖ einschlägt: „Babler für viele nicht wählbar.“

Interne Folien mit klarem Befund

Der rote Nationalratsabgeordnete und Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz Muchitsch lieferte vor den roten Gewerkschaftern einen „politischen Bericht“ und wertete Umfragen aus. Der Kernsatz auf den Slides: „Die SPÖ leidet an Vertrauensverlust.“ FPÖ, ÖVP und NEOS werden vorgeworfen, den Sozialstaat abzubauen, „mehr Privat, weniger Staat“ sei bei den Parteien die Devise.

Die Folge, so die Folie weiter: „Die Menschen hören uns nicht mehr zu. Babler für viele nicht wählbar. Themen somit zweitrangig.“ Unter „Was ist zu tun?“ stehen vier Punkte: bessere Kommunikation, weniger und konkretere Themen, ein Zukunftsbild – und eine „personelle Neuausrichtung“. Bisher galten neben Wiens Bürgermeister Michael Ludwig gerade die roten Gewerkschafter als Bablers Bastion.

Muchitsch spricht von Debatte ohne Tabus

Mit den Folien konfrontiert, stellt der Bau-Holz-Chef und FSG-Vorsitzende die Sache als normalen Prozess dar:

Bei den internen Beratungen geht es natürlich um die Frage, wie wir 2029 die Wahl gewinnen. Ehrliche Diskussionen ohne Tabus über Inhalte und Personen sind dabei Gegenstand – nichts Ungewöhnliches, ein Prozess, der in jeder Partei stattfindet.

Zugleich bleibt er bei der Schärfe: Babler polarisiere und sei mit seinem Kurs für Andersdenkende „nicht wählbar“. Als Hauptgrund, die SPÖ nicht zu wählen, nennt er das öffentliche Bild der Partei, wenn sich Rote „gegenseitig etwas ausrichten“. Auf der letzten Folie rief er selbst zur internen Debatte auf.

Die eigene Bastion wackelt

In der SPÖ bleibt dieser Tage wenig unter Verschluss. Kaum lädt Babler sein Regierungsteam diskret, steht der Termin in den Zeitungen – zuletzt beim Treffen am Mittwoch, das offiziell ohne personelle Schnitte endete. Nun kommt der Druck aus jener Ecke, die ihn mitgetragen hat. Muchitsch gilt intern als Gewicht in ÖGB und Arbeiterkammer.

Die SPÖ steht unterdessen in aktuellen Erhebungen im Bereich von 14 bis 16 Prozent, während FPÖ-Chef Herbert Kickl die Sonntagsfrage deutlich anführt. Babler bleibt damit mit einem Befund konfrontiert, den nicht die Opposition formuliert hat, sondern die eigene Gewerkschaftsfraktion: Die Leute hören nicht mehr zu – und der Parteichef selbst steht auf der Folie als Problem.

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