Für die NEOS geht es steil Bergab: In der aktuellen Lazarsfeld-Umfrage für oe24 kommen sie nur noch auf sechs Prozent und liegen damit deutlich hinter den Grünen. Die FPÖ bleibt mit 37 Prozent klar stärkste Partei.
Pinke verlieren weiter an Boden
Die Zahlen haben es in sich: Die NEOS liegen mit sechs Prozent nicht nur unter ihrem Ergebnis bei der Nationalratswahl 2024 von 9,1 Prozent, sondern auch deutlich hinter den Grünen, die bei 13 Prozent liegen.
Für die Partei von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ist das besonders dramatisch, weil die NEOS damit bereits seit Wochen unter ihrem Wahlergebnis liegen. Die jüngsten Zahlen sind zudem kein isolierter Ausreißer: Noch Anfang September wurden die Pinken in einer Lazarsfeld-Erhebung mit sieben Prozent ausgewiesen.
Grüne legen zu
Während die NEOS nach unten rutschen, halten sich die Grünen bei 13 Prozent. Damit sind sie in der aktuellen Erhebung mehr als doppelt so stark wie der Koalitionspartner. Bei der Nationalratswahl 2024 hatten die Grünen noch 8,2 Prozent erreicht, die NEOS 9,1 Prozent.
FPÖ bleibt ungeschlagen
An der Spitze des Feldes verändert sich dagegen wenig: Die FPÖ kommt auf 37 Prozent. Gegenüber der vorherigen Lazarsfeld-Umfrage vom achten September bedeutet das zwar einen kleinen Rückgang, damals wurden 39 Prozent ausgewiesen – trotzdem bleibt die Partei von Herbert Kickl mit großem Abstand vor ÖVP und SPÖ.
Die Volkspartei kommt aktuell auf 22 Prozent, die SPÖ sogar auf nur 16 Prozent. Damit können die beiden größeren Regierungsparteien zwar gegenüber ihren jüngsten Tiefständen etwas zulegen, von einer Rückkehr an die Spitze sind sie aber weit entfernt. Zum Vergleich: Bei der Nationalratswahl 2024 erreichte die ÖVP 26,3 Prozent, die SPÖ 21,1 Prozent.
Ampel verliert die Mehrheit
Damit hätte die Verlierer-Ampel keine Mehrheit mehr: ÖVP, SPÖ und NEOS kämen gemeinsam lediglich auf 82 der 183 Nationalratssitze. Für eine Mehrheit wären 92 Mandate erforderlich. Bei der Nationalratswahl 2024 verfügten die drei Parteien zusammen noch über 110 Sitze.
Auch die KPÖ bleibt dabei im Blickfeld: Sie wird erneut mit vier Prozent ausgewiesen. Sollte sie diesen Wert bei einer tatsächlichen Nationalratswahl erreichen, wäre sie im Parlament vertreten. Die aktuelle Umfrage zeichnet damit ein deutlich verändertes Kräfteverhältnis gegenüber dem Wahlergebnis von 2024.
Für die Regierung wird die Stimmungslage zum Problem
Die Regierung selbst verweist unterdessen auf ihre Reformvorhaben. ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker hatte unlängst erklärt, der Herbst solle von konkreten Ergebnissen geprägt sein. Meinl-Reisinger sprach von einem „Herbst der Umsetzung der Reformen“.
Die angekündigten Vorhaben scheinen bei der Bevölkerung jedoch kaum anzukommen – die Österreicher setzen ihr Vertrauen weiterhin vor allem in die Freiheitlichen. Für die Pinken ist währenddessen insbesondere der Absturz auf sechs Prozent und der deutliche Abstand zu den Grünen ein Warnsignal.
