Der vielfach ausgezeichnete Autor Harald Martenstein, der eine tägliche Kolumne in der Bild schreibt und durch seine legendäre Rede im Hamburger Thalia Theater über die Grenzen Deutschlands hinaus Bekanntheit erlangte, sprach bei Apollo News über die aktuelle Merz-Krise. Die CDU, sagte Marteinstein, habe vor der Brandmauer mehr Angst als vor dem eigenen Absturz.
Historische Analphabeten
Mit seinen offenen Worten schockte Marteinstein die vornehmlich linken Besucher des Thalia Theaters. Am 13. Februar 2026 sagte er dort zur Debatte um ein AfD-Verbot:
Wer alle Rechten Nazis nennt, nur weil sie keine Linken sind, ist wirklich ein historischer Analphabet. Sie, die Linken, wissen, dass sie nicht das vierte Reich verhindern, sondern dass sie lediglich ihre politische Konkurrenz ausschalten möchten. Links ist gut, rechts ist böse. So einfach ist das nicht. Die entscheidende Trennlinie verläuft zwischen autoritären Regimen und solchen, die alle die gleichen Bürgerrechte besitzen. Egal wo sie politisch stehen, egal ob sie die Regierung großartig finden, oder sie verabscheuen.
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Mehr InformationenCDU-Entscheidungsträger haben Hose voll
Im Gespräch mit Apollo News nahm er sich wieder kein Blatt vor den Mund: Wenn die CDU die Brandmauer ignorieren würde, müsste sie mit der Quittung rechnen, dass in 35 Spiegel-Titeln die CDU als faschistisch beschimpft werden würde. Die CDU wäre daher in einem Dilemma: „Wollen wir 35 Spiegel-Titel gegen uns, oder wollen wir unter die Fünf-Prozent-Hürde. Ich würde mich dafür entscheiden, über der Fünf-Prozent-Hürde zu bleiben“, sagte Martenstein. Die CDU-Entscheidungsträger hätten aber die Hosen voll.
Im Moment sieht Martenstein die Demokratie nicht durch die AfD gefährdet. Er sehe sie dadurch gefährdet, dass die „andere Seite“ einfach nicht bereit ist, Wählerentscheidungen zu akzeptieren.
