Was geschah wirklich am Abend, an dem Ex-Justiz-Sektionschef Christian Pilnacek starb? Dazu wirft der von den Freiheitlichen initiierte Untersuchungsausschuss neue Fragen auf: Es geht unter anderem um den rätselhaften Suizid-Vermerk aus dem Innenressort.
Keine Wahrnehmung von „suizider Absicht“
Die Ungereimtheit: Woher kam die Behauptung, Christian Pilnacek sei in „suizidaler Absicht“ als Geisterfahrer unterwegs gewesen? Denn der Polizist, der Pilnacek in jener Nacht anhielt, zeichnete am gestrigen Mittwoch im Ausschuss ein völlig anderes Bild. Pilnacek sei ruhig, gefasst, freundlich und kooperativ gewesen. Von einer erkennbaren suizidalen Absicht habe der Beamte nichts wahrgenommen, berichtete FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker.
Suizid-Absicht plötzlich als Amtsvermerk
Trotzdem findet sich wenige Stunden später im Lagezentrum des Innenministeriums ein Amtsvermerk, wonach Pilnacek „vermutlich – Info nicht bestätigt – in suizidaler Absicht“ unterwegs gewesen sei. Die Information wurde damit zwar ausdrücklich als unbestätigt bezeichnet, gelangte aber dennoch in die amtliche Dokumentation. Die Frage, die im Ausschuss geklärt werden soll: Wer brachte die Suizid-These ins Ministerium, wer hat diese Information ursprünglich an das Lagezentrum weitergegeben und auf welcher Wahrnehmung oder Quelle beruhte sie?
Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:
Kommentare erscheinen zu Kanalbeiträgen mit freigeschalteter Diskussion (ohne Bot-Button unter dem Post).
Telegram-Diskussion — nicht automatisch geladen.