Traiskirchen, Babler

Als Bürgermeister von Traiskirchen hatte Andreas Babler mit dem dortigen Asylantenheim nicht viel zu tun, trotzdem habe er sich für seine vermeintliche Erfolge in dem Lager gerühmt, behauptet der ehemalige Leiter.

17. April 2026 / 15:50 Uhr

Fantasie-Zahlen und „Wiesengeburt“: Ex-Chef von Traiskirchen bezichtigt Babler der Lüge

SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler wirbt 2026 als Vizekanzler mit „Ordnen statt spalten“ und will alle Österreicher vereinen. Seine Rolle bei der Betreuungsstelle Ost in Traiskirchen 2015 zeigt allerdings das Gegenteil, wie Franz Schabhüttl, ehemaliger Leiter der Stelle, im exxpress kommentiert. Er bezichtigt Babler sogar der Lüge.

Show statt Sachkompetenz

Babler stellt sich als Retter der Traiskirchen-Einrichtung dar. Als Bürgermeister war er allerdings gar nicht zuständig – das Innenministerium führte Regie. Ein Zutrittsverbot aufgrund seiner öffentlichen Attacken auf die Stelle selbst und die damalige ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner beschränkte ihn auf Sicherheitsrunden. Statt Kooperation trieb er die Spaltung voran; der Sprung zum Vizekanzlerposten folgte.

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Erfundene Dramen und manipulierte Zahlen

Babler behauptet, das „Lager“ geordnet zu haben und eine „Wiesengeburt“ nie vergessen zu haben. Eine Wiesengeburt hat es jedoch nicht gegeben. Schabhüttl wird deutlich: „Ich sage es klar: Hier lügt Babler.“ Gelassen warte er darauf, geklagt zu werden. Im Presse-Interview sprach Babler von 6.500 Versorgten zum Jahreswechsel 2014/15 – offiziell waren es jedoch unter 1.700; der Höchststand wurde im August 2015 mit 4.740 erreicht. Nichtregierungsorganisationen (NRO/NGOs) wie die Caritas hätten die Zustände laut Schabhüttl für Spenden bewusst übertrieben dargestellt; Prüfberichte würden keine Katastrophen zeigen. Babler habe wöchentliche Protokolle erhalten, die im Archiv des Innenministeriums zu finden seien.

Narrative statt Wahrheit

In Krisenzeiten brauche es Faktenprüfung. Bablers Großzahlen und Schreckensbilder dienten der Selbstdarstellung, nicht der Klärung. Wer „Ordnung“ schwöre, müsse eigene Mythen aufräumen. Schabhüttls Vorschlag: Eine Historikerkommission für 2015 könnte Unwahrheiten entlarven – für Redlichkeit und Vertrauen.

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