Jeder vierte Österreicher will raus aus der EU. Sechs von zehn wollen in den kommenden fünf Jahren keine neuen EU-Mitglieder. Genau in dieser Stimmungslage stellte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) Montenegro den Beitritt als greifbar hin.
Klare Mehrheit, harte Bruchlinie
Das market-Institut hat im Auftrag der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) vom 21. bis 24. September tausend Personen online befragt, repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Region und Bildung. 68 Prozent wollen, dass Österreich Mitglied bleibt, 25 Prozent plädieren für den Austritt, sechs Prozent sind unsicher oder machen keine Angabe. Gegenüber April 2025 stieg die Zustimmung laut ÖGfE um neun Punkte, die Austrittslinie sank um fünf.
Im Schnitt von 76 Umfragen seit dem Beitritt 1995 liegen die Befürworter bei rund 70 Prozent, die Gegner bei rund 22. Generalsekretär Paul Schmidt spricht von steigender Zustimmung und konstanter Skepsis gegenüber der Erweiterung. Bei den deklarierten FPÖ-Sympathisanten kippt das Bild. Schmidt hält fest, sie seien als einzige mehrheitlich, zu 56 Prozent, und „praktisch konstant“ für einen Austritt, während das für Anhänger anderer Parteien „überhaupt kein Thema“ sei. Neun von zehn FPÖ-Sympathisanten seien gegen eine baldige Erweiterung.
Erweiterung am Horizont, Bevölkerung sagt Nein
Rund sechs von zehn Befragten lehnen ab, dass in den kommenden fünf Jahren neue Länder beitreten, nur 28 Prozent wären einverstanden. Schmidt bestätigt die „erweiterungsskeptische Haltung der österreichischen Bevölkerung“ und sagt, die Aufnahme neuer Mitglieder werde „nicht als Priorität betrachtet“. Parallel dazu teilte das Außenministerium nach Meinl-Reisingers Gesprächen in Podgorica (Montenegro) mit: „Der EU-Beitritt Montenegros ist in Reichweite.“
Die Ministerin begründete die Unterstützung auch damit, kaum ein Land habe von früheren Erweiterungen so profitiert wie Österreich. Ein Drittel der Befragten will inzwischen weniger Zusammenarbeit auf EU-Ebene, sechs Punkte mehr als im April 2025. 38 Prozent wollen mehr, 21 Prozent finden das derzeitige Ausmaß gerade richtig.
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