Im Anschluss an den Vortrag gab es eine hochkarätige Podiumsdiskussion, in der auch das Publikum eingebunden wurde. Von links nach rechts: NAbg.a.D. Mag. Walter Tancsits, Herbert Waldner (GF Riedergarten), Kärntens FPÖ-Chef Klubobmann Erwin Angerer, DI Reinhold Wetschko (GF Wetschko Architekten) und Ao. Univ.-Prof. Dr. Norbert Wohlgemuth (IHS Kärnten).

9. September 2025 / 12:47 Uhr

20. Bärentaler Umweltgespräche: Wohnen muss wieder leistbar werden

Beim Jubiläum der Bärentaler Umweltgespräche stand ein Thema im Mittelpunkt, das viele Kärntner unmittelbar betrifft: leistbares Wohnen. Auf Einladung von Claudia Haider diskutierten Experten und Politiker über Ursachen der Wohnkrise und mögliche Auswege. Die FPÖ forderte dabei weniger Bürokratie, mehr Flexibilität und vor allem die Rückkehr zur Schaffung von Eigentum.

Kritik an Bürokratie und Vorschriften-Flut

Kärntens FPÖ-Landesparteiobmann Erwin Angerer zeichnete ein düsteres Bild der Situation: Während in Oberösterreich um 2.200 Euro pro Quadratmeter gebaut werde, koste der Bau in Kärnten mittlerweile fast 2.800 Euro. Grund dafür sei eine ausufernde Bürokratie. “Unter Verantwortung der SPÖ wurde in Kärnten die Wohnbauförderung zu einem Bürokratiemonster mit 25 Seiten Richtlinien – in Oberösterreich sind es fünf”, so Angerer. Aus seiner Sicht müsse die Politik dringend den Weg in Richtung Eigentum freimachen, da dieses Freiheit, Unabhängigkeit und soziale Absicherung bedeute.


Austria First Politische Anzeige

POLITISCHE ANZEIGE des FREIHEITLICHEN PARLAMENTSKLUBS.
Weitere Informationen: Transparenzbekanntmachung

Ursachen: Teuerung und Zinsanstieg

Die wirtschaftlichen Hintergründe erläuterte der ehemalige Nationalratsabgeordnete Walter Tancsits. Seiner Analyse zufolge haben steigende Energiepreise infolge der Russland-Sanktionen und die Rekord-Inflation die Baukosten in die Höhe getrieben. Damit verbunden sei ein massiver Anstieg der Zinsen. „Mit der Rekord-Inflation sind auch die Zinsen explodiert, und damit ist es für viele Bürger zur Unfinanzierbarkeit von neuem Wohnraum und auch von Sanierungen gekommen“, erklärte Tancsits. Für ihn liegt der Schlüssel in einer Rücknahme überbordender Vorschriften und einer wirksamen Bekämpfung der Inflation.

Forderungen aus Praxis und Wirtschaft

Architekt Reinhold Wetschko und Riedergarten-Geschäftsführer Herbert Waldner betonten die praktischen Hürden im Wohnbau. Wetschko kritisierte Vorgaben bis ins kleinste Detail und sprach sich für neue Modelle mit weniger Flächenverbrauch aus. „Aufgabe der Politik ist es, sich um den öffentlichen Raum zu kümmern und diesen zu gestalten, aber nicht, den Bürgern vorzuschreiben, was sie in ihren privaten Häusern machen dürfen“, sagte er. Waldner wiederum beklagte jahrelange Verzögerungen bei Projekten: In Kärnten brauche ein Vorhaben bis zu sieben Jahre, während es in Oberösterreich in weniger als einem Jahr umgesetzt werde.

„Fesseln der Überregulierung lösen“

Den Bogen spannte schließlich der Volkswirt Norbert Wohlgemuth, Leiter des Kärntner Instituts für Höhere Studien. Er sprach von einem generellen Problem in Österreich, wo Vorschriften nicht nur eingehalten, sondern oft übererfüllt würden. „Dieses Problem des ‘Gold Plating’ in Österreich, des Übererfüllens von Vorschriften, muss dringend angegangen werden, denn es treibt auch die Baukosten in die Höhe und macht Wohnen damit noch teurer“, so Wohlgemuth. Die Diskussion machte deutlich, dass die Probleme beim Wohnbau nicht nur in steigenden Rohstoffpreisen und Zinsen liegen, sondern auch in komplexen Vorschriften und fehlender Flexibilität. Der Tenor der Umweltgespräche: Nur durch Entbürokratisierung, neue Modelle und einen klaren politischen Kurs kann Wohnen in Kärnten wieder leistbar werden.

20 Jahre Umweltgespräche

Die Jubiläumsveranstaltung zeigte nicht nur die Dringlichkeit des Themas Wohnen, sondern auch die Bedeutung der seit zwei Jahrzehnten bestehenden Bärentaler Umweltgespräche. Sie bieten eine Plattform für Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft – abseits klassischer Parteigrenzen. Dass die FPÖ diese Reihe über Jahre pflegt und Themen wie Nachhaltigkeit, Energie oder nun leistbares Wohnen aufgreift, widerspricht zugleich dem gängigen Klischee, die Partei interessiere sich nicht für Umwelt- und Zukunftsfragen. Mit der 20. Auflage hat sich die Veranstaltungsreihe als fixer Bestandteil der politischen Debatte in Kärnten etabliert.

Unterstützen Sie unsere kritische, unzensurierte Berichterstattung mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Teile diesen Artikel

    Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:

Austria First Politische Anzeige

POLITISCHE ANZEIGE des FREIHEITLICHEN PARLAMENTSKLUBS.
Weitere Informationen: Transparenzbekanntmachung

Politik aktuell

9.

Juni

15:33 Uhr

Wir infomieren

Unzensuriert Infobrief

Unzensuriert Video-Empfehlung:
Ausblick auf die Budgetrede und die Wahl am Küniglberg
Klicken um das Video zu laden
Erst nach dem Klick wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt.