In der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten benötigt mittlerweile etwa jedes sechste Volksschulkind zusätzliche Deutschförderung. Das kritisiert FPÖ-Bildungssprecher Helmut Fiedler nach der Veröffentlichung aktueller Zahlen zum Deutschförderbedarf an NÖ-Schulen. Die Entwicklung trifft vor allem städtische Brennpunkte und stellt Lehrer und Schüler vor wachsende Herausforderungen.
Lehrer als Sprachtherapeuten statt Wissensvermittler
Fiedler sieht in diesen Zahlen einen klaren bildungspolitischen Weckruf. Lehrer würden zunehmend gezwungen, grundlegende Sprachdefizite auszugleichen, anstatt sich auf die eigentliche Vermittlung von Wissen zu konzentrieren. Die Leidtragenden seien alle Kinder in den Klassen – unabhängig davon, ob sie selbst Förderbedarf haben oder nicht.
Die FPÖ Niederösterreich hält fest: Wer in Österreich die Schule besucht, muss Deutsch können. Deutsch sei der Schlüssel zu Bildung, Integration und beruflichem Erfolg. Kinder, die dem Unterricht sprachlich nicht folgen können, würden von Beginn an benachteiligt, während das Leistungsniveau der gesamten Klasse sinke.
Kontinuierlicher Anstieg nichtdeutscher Erstsprachen
Laut Broschüre des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) „Bundesländer – Zahlen, Daten und Fakten zu Migration & Integration“ nimmt der Anteil der niederösterreichischen Schüler mit einer anderen Erstsprache als Deutsch seit Jahren zu. Im Schuljahr 2023/24 lag er bei 18,2 Prozent, gegenüber 13,2 Prozent im Schuljahr 2013/14.
In St. Pölten spitzt sich die Lage zu. Berichte aus früheren Erhebungen bestätigen einen Förderbedarf von rund 16 Prozent bei Volksschülern, was der Aussage Fiedlers entspricht. Andere Quellen wie ORF und heute.at hatten bereits im Frühjahr 2026 auf diese Hotspots in St. Pölten und Wiener Neustadt hingewiesen.
Forderungen der FPÖ: Verbindlichkeit statt weiterem Schönreden
Die FPÖ Niederösterreich fordert konkrete Maßnahmen: verpflichtende Deutschtests vor dem Schuleintritt, gezielte und verpflichtende Sprachförderung bereits im Kindergarten, verbindliche Deutschfördermaßnahmen sowie eine Begrenzung des Anteils von Kindern mit unzureichenden Deutschkenntnissen in einzelnen Klassen. Dazu mehr Unterstützung für Pädagogen statt zusätzlicher Bürokratie und volle Transparenz über den tatsächlichen Förderbedarf. Wörtlich sagte Fiedler:
Unsere Schulen dürfen nicht immer mehr zu Sprachkurszentren werden. Wer die Probleme weiterhin schönredet, gefährdet die Bildungszukunft einer ganzen Generation.
Klare Regeln, frühe Förderung
Der niederösterreichische FPÖ-Bildungssprecher betont weiter:
Jedes Kind hat das Recht auf die bestmögliche Bildung. Dafür braucht es klare Regeln, frühe Förderung und den Mut, Missstände offen anzusprechen. Eltern erwarten zu Recht, dass ihre Kinder in der Schule lesen, schreiben und rechnen lernen.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen einen bundesweiten Trend, der in Städten besonders sichtbar wird. Während die Bundesregierung mit Modellen wie dem Chancenbonus und mehr Autonomie in der Deutschförderung ab Schuljahr 2026/27 reagiert, drängt die FPÖ auf deutlich verbindlichere und frühere Schritte.


