Ein Liter Euro Super 95 kostete in Österreich diese Woche durchschnittlich 1,89 Euro. Ohne Steuern und Abgaben waren es laut Europäischer Kommission rund 98 Cent. Die Differenz: 91 Cent je Liter. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern stecken damit rechnerisch rund 45,50 Euro an Steuern und Abgaben im Preis.
Bei 50 Litern sind rund 46 Euro Abgaben enthalten
Fast jeder zweite Euro, den die Österreicher an der Zapfsäule bezahlen, entfällt auf Abgaben – nicht auf Einnahmen der Mineralölfirmen, die von den Regierungspolitikern gern für die hohen Spritpreise verantwortlich gemacht werden.
Bulgarien zeigt, was die Abgaben ausmachen
Besonders klar wird der Unterschied beim Blick nach Bulgarien. Dort lag der Benzinpreis ohne Steuern bei rund 99 Cent pro Liter – praktisch auf österreichischem Niveau. Doch die Abgaben betrugen nur rund 63 Cent, in Österreich dagegen 91 Cent. Der Endpreis fiel entsprechend unterschiedlich aus: 1,62 Euro in Bulgarien gegenüber 1,89 Euro in Österreich.
Auch Bulgarien nimmt über den Spritpreis Abgaben ein, aber Österreich belastet die Bürger deutlich mehr. Ungarn liegt mit rund 75 Cent Abgaben und einem Endpreis von 1,71 Euro ebenfalls unter Österreich. Der Vergleich zeigt: Wie viel vom Literpreis an den Staat fließt, ist eine politische Entscheidung mit unmittelbaren Folgen für Autofahrer.
Schweden entlastet besonders deutlich
Schweden weist in der EU-Tabelle die geringsten Abgaben je Liter Euro Super 95 auf: rund 44 Cent. Trotz eines Preises vor Steuern von rund 1,07 Euro – also mehr als in Österreich – kostete der Liter dort nur 1,51 Euro. Die niedrige Abgabenbelastung kommt an der Zapfsäule an.
Österreich ist allerdings nicht das EU-Land mit den höchsten Benzinabgaben. Jenseits des Inns ist die Abzocke noch höher: Dort holt sich der Staat rund 1,18 Euro, in den Niederlanden sogar 1,27 Euro je Liter. Das macht die österreichischen 91 Cent aber nicht gering. Der Vergleich mit Ländern wie Bulgarien und Schweden zeigt vielmehr, wie stark Abgaben den Preis auch hierzulande erhöhen.
Eine Entlastung wäre an der Zapfsäule sichtbar
Am günstigsten tankten Autofahrer laut EU-Übersicht auf Malta für 1,34 Euro je Liter, am teuersten in Dänemark für 2,56 Euro.
Für Österreich liefert Bulgarien genau diesen Vergleich. Er zeigt, dass ein erheblicher Teil des Preisabstands politisch beeinflussbar ist. Eine Senkung der Abgaben würde Autofahrer direkt entlasten – vorausgesetzt, sie wird an den Zapfsäulenpreis weitergegeben.
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