Die Debatte um den politischen Islam sorgt auch im rot-pink geführten Wiener Rathaus für Aufregung: Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig und Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), haben sich dort getroffen und gemeinsam vor einem angeblichen „Generalverdacht“ gegen Moslems gewarnt. Damit reagieren sie auf die jüngsten Aussagen von ÖVP-Integrationsministerin Claudia Bauer, die ein mögliches Verbot der IGGÖ zunächst nicht ausgeschlossen hatte.
Moslems für Ludwig Teil der Gesellschaft
Erst wenige Tage zuvor hatte ÖVP-Integrationsministerin Claudia Bauer ein mögliches Verbot der IGGÖ nicht ausgeschlossen, ehe sie klarstellte, dass ein solches Verbot nicht im Raum stehe.
„Menschen, die ihren Glauben friedlich leben, dürfen nicht zum Ziel politischer Schnellschüsse werden“, erklärten Ludwig und Vural. Gleichzeitig betonten beide, dass Extremismus keinen Platz haben dürfe und Demokratie, Rechtsstaat, Freiheit und Gleichberechtigung verteidigt werden müssten.
Ramadan, Iftar und jetzt das Opferfest
Für Ludwig ist die demonstrative Nähe zu den Moslems allerdings nichts Neues. Wie unzensuriert bereits berichtete, lud der SPÖ-Bürgermeister auch heuer gemeinsam mit der Stadt Wien zum islamischen Fastenbrechen ins Rathaus. Beim Iftar im Februar waren Ludwig und IGGÖ-Präsident Vural gemeinsam zu sehen.
Auch beim muslimischen Opferfest zeigte sich Ludwig zuletzt öffentlich mit Glückwünschen. Im Mai hatte der Bürgermeister auf Facebook den Muslimen zum Opferfest gratuliert und dabei von „besinnlichen und friedvollen Feiertagen“ gesprochen.
Politischer Schulterschluss mit einer wichtigen Wählergruppe?
Gerade vor diesem Hintergrund bekommt Ludwigs neuer Schulterschluss eine zusätzliche politische Dimension – und erweckt den Eindruck, dass er um die Stimmen der Moslems bangt. Dass der Bürgermeister die muslimische Community gezielt anspricht, ist offensichtlich. Die SPÖ hat bei der Wiener Gemeinderatswahl 2025 zwar erneut den ersten Platz erreicht, musste aber Verluste hinnehmen.
Bauer will unterdessen – zumindest nach eigenen Angaben – den politischen Islam stärker ins Visier nehmen. Sie kündigte ein Verbot der Muslimbruderschaft an und argumentierte, der politische Islam habe sich auch in etablierten Institutionen festgesetzt.
