Mit einem mitleidigen Posting in den sozialen Medien flüchtet sich SPÖ-Chef Andreas Babler in der Affäre um einen angeblich vorgereihten OP-Termin für seinen Vater in die Opferrolle. „Es reicht: Lasst meinen Papa aus dem Spiel!“, appelliert er an die Medien. Dabei verkennt der schwer angeschlagene Genosse die tatsächliche Dimension der Vorwürfe.
Spitalspersonal brachte Affäre ins Rollen
Wie berichtet, soll der Vater von Andreas Babler als Niederösterreicher im Wiener Spital Speising ungewöhnlich rasch operiert worden sein. Die Vorwürfe stammen von Krankenhaus-Mitarbeitern, die ihren Unmut gegenüber der Kleinen Zeitung freien Lauf ließen. Babler selbst und auch die Spitalsführung wiesen die Vorwürfe scharf zurück. Das Spitalspersonal blieb aber bis heute bei ihrer Darstellung.
Kampf gegen Zweiklassen-Medizin
Wegen dieser Geschichte geriert Babler einmal mehr unter politischen Druck. Hat doch gerade er im Wahlkampf und jetzt auch wieder im ORF-Sommergespräch der Zweiklassen-Medizin den Kampf angesagt. Sollten die Vorwürfe stimmen, dass der berühmte Sohn (Vizekanzler Babler) die Finger im Spiel hatte, als sein Vater einen dringenden Operationstermin benötigte, ist es ein handfester Skandal, der eigentlich nur einen Rücktritt des Politikers Babler zur Folge haben kann.
Wiener bevorzugt
Zusätzliche Brisanz bekommt die Causa durch die Vorgeschichte des Spitals. Das Orthopädische Spital Speising steht laut Kleiner Zeitung in einem Rechtsstreit mit einem Gastpatienten aus Niederösterreich. Dieser hatte geklagt, nachdem er wegen seines Wohnsitzes außerhalb Wiens länger auf einen Eingriff warten sollte als ein Wiener Patient.
Fall kommt ins Parlament
Dass die FPÖ nun Aufklärung verlangt und den Fall ins Parlament bringen will, ist kein Angriff auf den Vater von Babler, sondern schlicht eine Aufgabe der Opposition, damit Fragen zur Gleichbehandlung der Patienten nicht offen bleiben.Â
