Südtirols Selbstbestimmung ist wieder auf der Tagesordnung. Angestoßen von der 29-jährigen Juristin Melanie Mair, Gemeinderätin in Tscherms und seit Jahren in der Süd-Tiroler Freiheit aktiv.
Eine junge Stimme für ein altes Anliegen
Beim Kongress der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ Ende August in Magdeburg hatte die Jugendsprecherin der Süd-Tiroler Freiheit gefordert, Südtirol solle sich von Italien lösen und den Weg der Selbstbestimmung einschlagen. Ihre Rede erhielt Beifall.
Auf Mairs Rede in Sachsen-Anhalt folgte ein Gegenbesuch: Jean-Pascal Hohm, Vorsitzender der „Generation Deutschland“ und Brandenburger Landtagsabgeordneter, sprach beim Jugendtreffen am 12. September in Südtirol und sagte dort, seine Begeisterung für Südtirol begleite ihn seit vielen Jahren.
Von Magdeburg nach Tramin
Bei diesem Landesjugendparteitag in Tramin wurde Mair für weitere zwei Jahre als Jugendsprecherin bestätigt. Sie steht damit für eine junge Generation, die die Frage nach Südtirols staatlicher Zugehörigkeit weiterhin offenhalten will. Und selbst entscheidet, welche Kontakte sie pflegt.
So nahm Mair beim alljährlichen Sommertreffen der Neuen Rechten in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) teil und erhielt danach breite Aufmerksamkeit in Südtirol: Mainstream-Medien und die italienische Seite nutzten ihre Teilnahme an der Vortragsveranstaltung zur Verunglimpfung rechter Meinungen und von Selbstbestimmungsforderungen aus Tirol.
Streit mit Rom über die Zukunft des Landes
Wegen der für gestern, Mittwoch, von der AfD organisierten Tagung zum Pariser Abkommen in Berlin, auf deren Ankündigungsplakat Südtirol als unabhängiger Staat dargestellt wurde, schaltete sich sogar Italiens Außenminister Antonio Tajani ein.
Er warf in einem Interview mit dem Corriere della Sera am Sonntag der AfD vor, eine Abspaltung Südtirols zu fördern, und pochte auf Italiens territoriale Integrität.
Zustimmung zum Anliegen
Mair und die Junge Süd-Tiroler Freiheit antworteten vorgestern, Dienstag, über Südtirols Zukunft müsse sehr wohl diskutiert werden können. Als Gründe für ihre Forderung nennt Mair den Schutz der deutschen und ladinischen Sprache sowie jüngste Auseinandersetzungen über Wahlkreise und das Autonomiestatut.
Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit, betonte das „demokratische Urrecht, über die Zukunft seines Landes zu diskutieren und selbst darüber zu bestimmen, wo wir hingehören möchten“.
Neues, junges Gesicht des Selbstbestimmungslagers
Mairs klare Forderung gibt einer seit Langem bestehenden politischen Strömung ein junges Gesicht. Sie wirbt selbstbewusst für Südtirols Selbstbestimmung und zwingt Befürworter der bestehenden Autonomie ebenso wie Anhänger einer Loslösung, ihre Vorstellungen für Südtirols Zukunft genauer zu erklären.
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