Die Sommerpause ist vorbei – und damit kehren auch die politischen Machtspiele zurück. Für Krone-Kommentator Claus Pándi steht fest: Die Verlierer-Ampel steckt tief in den Turbulenzen. Noch hält das Koalitionsschiff über Wasser, doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig.
In seinem aktuellen Kommentar zeichnet Pándi ein wenig schmeichelhaftes Bild der Regierung. Das „Koalitions-Schiff“ sei zwar bereits „leckgeschlagen“, schwimme aber weiterhin. ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker und SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler hätten sich in den TV-Sommergesprächen zwar bemüht, den Eindruck eines planvollen Regierungshandelns zu vermitteln. Übrig geblieben sei laut Pandi allerdings vor allem „trotzige Zuversicht“.
Unruhe bei ÖVP und SPÖ
Besonders brisant ist für den Kommentator der Blick hinter die Kulissen der beiden Regierungsparteien ÖVP und SPÖ. Dort wachse die Zahl jener Funktionäre, die – mehr oder weniger im Verborgenen – über einen Wechsel an der Parteispitze nachdenken.
Pandi wertet diese innerparteiliche Unruhe durchaus positiv. Sie zeige, dass zumindest Teile der mittleren Funktionärsebene noch wahrnehmen würden, wie die Stimmung außerhalb der politischen Blase tatsächlich sei.
Doch ein Machtwechsel ist in der Politik selten eine schnelle Angelegenheit. Wer sich einmal in einem Regierungsamt eingerichtet hat, gibt dieses laut Pándi nur äußerst ungern wieder auf.
Zeiler als Gefahr für Babler – und Stocker?
Besonders spannend wird die Lage aus Sicht des Kommentators bei der SPÖ. Dort könnte es möglicherweise schneller gehen als erwartet. Gerhard Zeiler, ehemaliger SPÖ-Bundesgeschäftsführer und langjähriger TV-Manager, wird seit geraumer Zeit als möglicher Nachfolger von Babler gehandelt. Pándi sieht Zeiler seinem politischen Ziel, einst in die Fußstapfen von Bruno Kreisky zu treten, nun so nahe wie noch nie.
Sollte Babler fallen, könnte auch die Position von Kanzler Stocker deutlich ungemütlicher werden. Ein Wechsel an der SPÖ-Spitze würde damit nicht nur die Sozialdemokratie erschüttern, sondern könnte die gesamte schwarz-rot-pinke Koalition erneut ins Wanken bringen.
Das politische Sommertheater ist damit vorbei. Hinter den Kulissen werden offenbar bereits die nächsten Szenarien vorbereitet. Das Koalitions-Schiff schwimmt noch – doch die Lecks sind längst nicht mehr zu übersehen.
