Beim großen oe24-Sommergespräch hat sich der Bundesparteiobmann der FPÖ vielen Fragen gestellt. Herbert Kickl sprach über Lösungen zur wirtschaftspolitischen Misere, Abschiebungen und den Islam in Österreich. Ein besonderes Augenmerk legte Kickl auch auf die Zustände im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Wirtschaftspolitisches Versagen
Am Mittwochabend fand der Politik-Talk mit Herbert Kickl im Sommergespräch bei oe24 statt. Das von Isabelle Daniel und Niki Fellner moderierte Interview nahm rasch an Fahrt auf. Auf die Frage, wo die Koalition am meisten versagt habe, antwortete Kickl spitz: „Da verlangen Sie jetzt recht viel von mir, weil das ist wirklich schwierig zu sagen, wo es noch schlimmer als ganz schlimm ist.“ Das fundamentale Problem der Regierung liege darin, dass es ihr nicht gelungen sei, „eine Vertrauensbasis zur Bevölkerung herzustellen“. Wenn er sich aber einen Bereich herausnehmen müsse, so sei das Versagen der Regierung in der Wirtschaftspolitik am eklatantesten.
Weg mit der Klimastrategie, weg mit dem CO2-Wahnsinn
Auch die Teuerung lasse sich vom wirtschaftlichen Versagen nicht trennen. Ausschlaggebend hierfür sei der überbordende Bürokratie-Apparat, Kickl spricht gar von einem „Bürokratie-Tsunami“, welcher „die Kosten für die Unternehmen in den einzelnen Waren“ und somit auch für die Konsumenten antreibe. Ein zweiter großer Punkt seien auch die Energiekosten, welche Industrie und Haushalte belasten. Trotzdem gehe die Politik einer „verrückten Klimastrategie 2040“ nach. Kickls Vorschlag: Weg vom 2040-Ziel, weg mit dem „CO2-Wahnsinn“.
Migration geht weiter
Angesprochen auf die Forderung des ÖVP-Bundeskanzlers Christian Stocker, der sich nun auch für ein Verbot des Politischen Islam aussprach, sagte Kickl, er habe es zuerst gar nicht glauben können, da die FPÖ in den letzten Jahren „sechs Mal den Vorschlag eingebracht“ habe. Trotzdem sehe Kickl im Politischen Islam die „größte Bedrohung für die Demokratie“. Schuld daran, dass es bisher kein Verbotsgesetz gebe, seien jedoch „die ÖVP und die anderen Systemparteien“. Eine Trendwende in Bezug auf das Thema der Abschiebungen kann Kickl auch nicht erkennen. Während seit 2025 fast 6.000 Syrer nach Österreich kamen, wurden lediglich 131 Syrer abgeschoben.
Zorn der Bevölkerung
Richtig in Stimmung kam Kickl schließlich, als es um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ging. Vieles, was in den „sogenannten etablierten Medien“ als Information daherkomme, sei für ihn eher „Propaganda“. Bezüglich des ORF erkenne er bei den Menschen eine „Unzufriedenheit“, ja sogar einen „Zorn“, sodass es ihn verwundere, dass die Politik keinen Handlungsbedarf sehe. Es gehe nun darum, den „Druck zu erhöhen“. Deswegen werde die FPÖ „ihre historische Tradition im Kampf gegen die Missstände im Öffentlich-Rechtlichen wieder aufnehmen“.
„Gut, dass es so gekommen ist“
Abschließend, auf die Frage, wie Österreich nach fünf Jahren Herbert Kickl als Kanzler aussehen würde, antwortete der FPÖ-Klubobmann:
Ich traue mich eines zu sagen, nach fünf Jahren freiheitlicher Regierung mit mir als Bundeskanzler würden die Menschen sagen: Gut ist es, dass es so gekommen ist. Das ist das, was wir immer haben wollen. Endlich geht es in die Richtung, die wir haben wollen.
