FPÖ-Linksextremismus-Sprecher Sebastian Schwaighofer begrüßt die Entscheidung aus Washington – und fragt sich: Wann handelt endlich auch ÖVP-Innenminister Gerhard Karner?

29. August 2026 / 06:27 Uhr

Terror-Einstufung für linkes IT-Kollektiv in USA: Wann handelt Karner?

Die USA gehen gegen linksextreme Netzwerke vor: Das italienische Kollektiv Autistici/Inventati wurde von Washington als „Specially Designated Global Terrorist“ eingestuft. Die FPÖ nimmt das zum Anlass für einen scharfen Angriff auf ÖVP-Innenminister Gerhard Karner und fordert endlich Konsequenzen gegen Linksextremismus auch in Österreich.

Washington setzt digitales Kollektiv auf Terrorliste

Das US-Außenministerium und das Finanzministerium verkündeten den Schritt am Mittwoch. Washington wirft Autistici/Inventati vor, digitale Infrastruktur, Werkzeuge und Dienste für gewaltbereite “Antifa”-Zellen und andere gewalttätige linksextreme Gruppen bereitzustellen. Die US-Behörden verhängten entsprechende Sanktionen; Autistici/Inventati wurde in die Sanktionsliste des US-Finanzministeriums aufgenommen.

Das Kollektiv selbst entstand im Jahr 2001 aus dem Umfeld der autonomen und antikapitalistischen Bewegung. Es bietet unter anderem E-Mail, Webhosting und weitere Kommunikationsdienste an und beschreibt sich selbst als Projekt für digitale Selbstverteidigung und freie Kommunikation. Die Betreiber bekennen sich ausdrücklich zu “Antifaschismus”, Antikapitalismus und weiteren politischen Grundsätzen.

Rubio spricht von Gefahr für den Westen

US-Außenminister Marco Rubio begründete das Vorgehen mit der wachsenden Bedrohung durch gewalttätigen Linksextremismus. Autistici/Inventati stellt eine digitale Infrastruktur bereit, die von gewaltbereiten “Antifa”-Zellen und anderen linksextremen Akteuren genutzt werde. Auch US-Finanzminister Scott Bessent kündigte an, die wirtschaftlichen Möglichkeiten solcher Netzwerke beschneiden zu wollen.

Nicht die gesamte “Antifa” wurde mit diesem Schritt zur Terrororganisation erklärt, sondern konkret Autistici/Inventati als “Specially Designated Global Terroris”“ sanktioniert.

FPÖ fordert von Karner Konsequenzen

Für FPÖ-Linksextremismussprecher Sebastian Schwaighofer ist das ein deutlicher Weckruf an Österreich. Er kritisiert Innenminister Karner scharf und wirft der Bundesregierung vor, die Gefahr durch linksextreme Strukturen nicht ernst genug zu nehmen. „Wenn US-Außenminister Marco Rubio auf X völlig zu Recht das Ende dieser linksextremen Terror-Infrastruktur verkündet, dann zeigt das, wie man echten Heimatschutz betreibt“, erklärte Schwaighofer.

Die Freiheitlichen stellen dabei einen direkten Zusammenhang zur innenpolitischen Debatte über die “Antifa” her. Schwaighofer verweist auf die Aussagen von SPÖ-Justizministerin Anna Sporrer, die im vergangenen Jahr ja bekanntlich erklärt hatte, sie kenne die “Organisation Antifa” als solche nicht. In ihrer späteren parlamentarischen Anfragebeantwortung beschäftigte sich das Justizministerium allerdings ausdrücklich mit der “GFOA – Gruppe für organisierten Antifaschismus” und weiteren Gruppierungen, die sich selbst als Antifa bezeichnen.

Sporrers Antifa-Aussage bleibt politischer Zankapfel

Genau hier setzt die FPÖ an. Schwaighofer hatte bereits im September 2025 kritisiert, dass Sporrer aus ihrer Einschätzung, die “Antifa” gebe es nicht als einheitliche Organisation, ableite, man könne sie nicht einfach verbieten. “Für Sporrer gibt es die ‘Antifa’ nicht – für die FPÖ sehr wohl”, sagte der Freiheitliche damals.

Die Debatte ist inzwischen keineswegs beendet. Im März 2026 forderte die FPÖ im Nationalrat erneut ein härteres Vorgehen gegen linksextreme Strukturen und eine entsprechende Einstufung der Antifa.

Washington liefert FPÖ neue Munition

Für Schwaighofer ist die US-Entscheidung deshalb Wasser auf die Mühlen der freiheitlichen Kritik. Er fordert Karner auf, nicht länger wegzusehen und den Linksextremismus ebenso konsequent zu bekämpfen wie andere Formen des Extremismus. „Es ist höchste Zeit, dass der Innenminister auf dem linken Auge nicht länger blind bleibt und den Schutz unserer Heimat vor diesen Extremisten endlich ernst nimmt“, so der FPÖ-Abgeordnete.

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