Im kleinen Dingelstedtpark in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus spielen Kinder. Daneben, so berichten Anrainer der Kronen Zeitung, wird offen Drogen konsumiert. Herumliegende Spritzen, Geschrei, Handel. Eine Mutter mit Sohn im Kindergartenalter lässt ihr Kind dort nicht mehr hin. Die Familie denkt über einen Umzug nach.
Schutzzone verlagert nur das Problem
Was dort seit dem Sommer eskaliert, liegt nicht am Park selbst. Seit 8. Mai gilt am Westbahnhof ein Alkoholverbot und rund um den Fritz-Imhoff-Park an der U6-Station Gumpendorfer Straße in Wien-Mariahilf eine Schutzzone. Die Drogenszene wird von diesen Brennpunkten verdrängt und taucht in Nebenstraßen und anderen Parks wieder auf – nun auch im Dingelstedtpark im 15. Wiener Bezirk.
Verlagerung statt Lösung
Gegenüber der Krone schildern Bewohner die neue Alltagsrealität: Menschen nächtigen auf mitgebrachten Matratzen, schreien, dealen. Ein Anrainer, der seit zehn Jahren am Dingelstedtweg wohnt, ist nach dem Wegzug einer älteren Nachbarin der letzte im Haus. Süchtige waschen sich im Brunnen. Die Polizei wurde mehrfach gerufen. Der Park selbst wurde 2024 neu gestaltet, mit extra Sitzgelegenheiten und Trinkwasser. Genau das nutzen die neuen Dauergäste.
SPÖ-Bezirksvorsteher Dietmar Baurech ist die Lage bekannt. Er registriert die Verlagerung in seinen Bezirk, hält aber an der Schutzzone fest und verlangt mehr Polizei sowie eine Aufrüstung der Einsatzgruppe für Straßenkriminalität. Die Sucht- und Drogenkoordination der Stadt Wien erklärte auf Krone-Anfrage, man nehme die Beschwerden ernst. Die Teams der mobilen sozialen Arbeit stünden bei Bedarf bereit.
Die Zahlen schlagen den Beschwichtigern ins Gesicht
Die Statistik des Bundeskriminalamts für 2024 auf 2025 spricht eine andere Sprache. In Rudolfsheim-Fünfhaus stiegen die Suchtmittelanzeigen von 435 auf 697, das sind 9,18 Delikte je 1.000 Einwohner. In Mariahilf explodierten die Anzeigen von 489 auf 801 – 25,8 Delikte je 1.000 Einwohner, fast das Fünffache des Wiener Schnitts. Wien insgesamt blieb bei 5,5.
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