Neue EU-Vorgaben bringen zusätzliche Anforderungen bei Verpackungen. Die Freiheitliche Wirtschaft warnt besonders für kleine und mittlere Unternehmen vor mehr Bürokratie, höheren Kosten und schwer planbaren Folgen.
Neue EU-Regeln: Mehr Bürokratie für Betriebe
Seit dem 12. August 2026 gelten wesentliche Bestimmungen der neuen EU-Verpackungsverordnung „Packaging and Packaging Waste Regulation“ (PPWR), die neue Vorgaben für Verpackungen und deren Abfälle bringt. Für Österreichs Unternehmen bedeutet das zusätzliche Vorgaben – von Dokumentation und Kennzeichnung bis zu Nachweisen und Rückverfolgbarkeit.
Die EU-Vorgaben für Verpackungen betreffen insbesondere Unternehmen, die Waren importieren, verpacken oder über verschiedene Vertriebswege verkaufen. Je nach Rolle in der Lieferkette kommen zusätzliche Pflichten bei Konformität, Dokumentation, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit hinzu.
Besonders kleine und mittlere Betriebe finden sich durch diese neue Verordnung mit mehr Aufwand und zusätzlichen Kosten konfrontiert. Die Verpackungsregelung bedeutet einen weiteren Eingriff in den betrieblichen Alltag und bringt zusätzliche bürokratische Vorgaben, die den Aufwand für Unternehmen deutlich erhöhen.
Wirtschaftssprecher der FPÖ Steiermark Robert Mörth erkennt in den neuen Vorgaben eine weitere bürokratische Verschärfung für die heimischen Betriebe. In einer Aussendung heißt es: „Unternehmer sollen unternehmen und nicht zu Verpackungsbürokraten gemacht werden.“ Statt immer neuer Vorgaben brauche es laut Mörth Rahmenbedingungen, die den Betrieben „Freiheit zum Wirtschaften, Rechtssicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen“ ermöglichen.
Brüsseler Öko-Regeln mit Müll-Effekt
Zudem wächst die Sorge, dass die neuen Regeln neben mehr Bürokratie auch zusätzlichen Müll verursachen könnten. Besonders kritisch bewertet FPÖ-KMU-Sprecher Michael Fürtbauer den Umgang mit bestimmten Lebensmittelverpackungen. Nach seinen Angaben sieht die PPWR für Verpackungen, die bereits vor dem 12. August produziert wurden und neue Grenzwerte nicht erfüllen, keine generelle Übergangsfrist vor.
Damit steht die Frage im Raum, was mit bereits produziertem und bezahltem Material geschehen soll, wenn dieses aufgrund der neuen Vorgaben nicht mehr verwendet werden kann und dementsprechend entsorgt werden muss. Fürtbauer sieht darin einen Widerspruch zum erklärten Ziel des Umweltschutzes.
Belastung für den Handel wächst
Angesichts der wachsenden Belastungen fordert laut Fürtbauer auch der Handelsverband ein Moratorium. Die Wirtschaftskammer warnt zudem vor einem „enormen Schaden“ für den heimischen Onlinehandel. Doch damit sind die neuen EU-Verordnungen noch nicht die letzte Belastung: Im Oktober soll zudem die beschlossene österreichische Paketabgabe in Kraft treten, die für heimische Händler einen weiteren Kostenfaktor darstellt. Um zusätzliche Hürden für heimische Betriebe zu verhindern, fordert Fürtbauer daher eine für kleine und mittlere Unternehmen geeignete Überarbeitung, Rechtssicherheit, Übergangsregelungen und das Aus der Paketabgabe.
