Zuschauerrekord bei den Donaustädter Sommergesprächen 2026 gestern, Donnerstag, im Gasthaus Goldener Hirsch. Mehr als 250 Menschen kamen, um dem steirischen Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) zuzuhören – und dieser hatte einiges zu sagen.
Kunasek in Umfragen über 40 Prozent
Dass Kunasek weit über die Grenzen der Steiermark hinaus populär ist, hat nicht nur eine Umfrage gezeigt, in der er zum beliebtesten Landeshauptmann in Österreich gewählt wurde, sondern auch sein Auftritt beim Sommergespräch in Wien-Donaustadt. Der Veranstaltungsort war bis zum letzten Platz gefüllt, “nichts geht mehr”, sagte der Wirt des völlig überfüllten Gastgartens. Bei der Landtagswahl in der Steiermark im November 2024 erreichten die Freiheitlichen starke 35 Prozent der Stimmen. Nach aktuellen Umfragen liegt Kunasek heute weit über 40 Prozent.
“Nichts versprechen, was man nicht halten kann”
Wie er sich diese Beliebtheit erklärt? „Man darf nichts versprechen, was man nicht halten kann“, so die Antwort von Kunasek. Er habe sich daher vor der Wahl gut überlegt, welche Themen er anspricht. „Als wir dann gleich den Hunderter auf der Südautobahn bei Graz abschafften, haben die Menschen gesagt, `der hält ja sein Wort’“. Mit der Einführung der Bezahlkarte für Asylwerber, die dadurch keine Schlepper mehr zahlen konnten, und strikten Vorgaben bei Sozialleistungen sei die Umsetzung der Wahlversprechen weiter gegangen.
Rucksack von einer Milliarde Euro
Kunasek bedauerte, dass für große Würfe Geld fehlen würde. Bei Amtsantritt habe man mit Landesschulden von 400 Millionen Euro gerechnet. Doch es habe sich herausgestellt, dass man ihm einen Rucksack von fast einer Milliarde Euro umgehängt hat. Das erste Jahr seiner Amtszeit habe deshalb der Budget-Konsolidierung gegolten. Hier gebe es – zumindest in der Steiermark – eine gute Zusammenarbeit mit der ÖVP.
Gesundheitspolitik darf nicht an Landesgrenze enden
Gefragt nach der Gesundheitspolitik hatte der steirische Landeshauptmann eine klare Meinung: „Diese darf nicht an der Landesgrenze enden!“ Ihm sei es gelungen, mit Oberösterreich eine bilaterale Lösung zu finden. In Liezen, das eine Fläche wie Vorarlberg aufweise, sei es gelungen, alle drei Spitalsstandorte zu erhalten und mit Spezialisierungen die Qualität zu erhöhen.
Kleinster Nenner bei Wehrdienstreform
Emotional wurde Kunasek, der von Dezember 2017 bis Mai 2019 selbst Verteidigungsminister war, beim Thema „Wehrdienstreform“. Hier habe die Verlierer-Ampel einen regelrechten „Bauchfleck“ gelandet. ÖVP, SPÖ und Neos hätten sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt, der aber der österreichischen Sicherheitspolitik nicht gerecht werde.
