Andreas Babler und Medien

SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler investiert fast 19 Millionen Euro in die Förderung von bestimmten Medien.

14. August 2026 / 05:56 Uhr

Steuergelder für „gute Presse“ – Babler vergibt Millionenförderungen

Die aktuellen Zahlen zur staatlichen Medienförderung sind veröffentlicht worden. Allein beim ersten Einreichtermin 2026 des Fonds zur Förderung der digitalen Transformation werden knapp 19 Millionen Euro an Medienunternehmen ausgeschüttet. Dabei handelt es sich nur um einen Teil der verschiedenen Medienförderungen des Bundes.

100 Anträge bewilligt

Die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) hat die Ergebnisse des ersten Einreichtermins 2026 für den Fonds zur Förderung der digitalen Transformation veröffentlicht. Insgesamt wurden 108 Förderanträge eingereicht, davon 100 bewilligt. Die zugesagten Förderungen belaufen sich auf insgesamt 18.778.139 Euro.

Wichtig dabei: Bei diesen knapp 19 Millionen Euro handelt es sich nicht um die gesamte österreichische Medienförderung, sondern ausschließlich um Förderungen aus dem Fonds zur Förderung der digitalen Transformation und um den ersten Einreichtermin des Jahres 2026.

Der Fonds wurde eingerichtet, um den Auf- und Ausbau digitaler Angebote privater Medienunternehmen zu unterstützen. Gefördert werden Projekte in den Bereichen digitale Transformation, digitale Distribution, Medienproduktion und Qualifizierung.

Wer wird gefördert?

Unter den Empfängern befinden sich zahlreiche große österreichische Medienhäuser. An der Spitze liegt die Kronen Zeitung mit Förderzusagen von knapp 1,2 Millionen Euro. Auch der Standard erhält insgesamt mehr als eine Million Euro, der Falter mehr als 350.000 Euro.

Beim Standard verteilen sich die Förderungen auf mehrere Projekte. Mehr als 600.000 Euro entfallen auf KI-Initiativen, mehr als 350.000 Euro auf Community-Moderation und knapp 70.000 Euro auf Campus-Lehrredaktionen.

Auch der Falter erhält Fördermittel aus dem Fonds. Für Projekte im Bereich der digitalen Reichweite werden mehr als 150.000 Euro zugesagt, für Maßnahmen im Bereich Weiterbildung kommen knapp 20.000 Euro hinzu.

Auch OKTO kassiert kräftig

Unter den Förderempfängern findet sich auch der Wiener Community-Sender OKTO. Die dahinterstehende Community TV-GmbH erhält beim ersten Einreichtermin 2026 234.722 Euro für das Projekt „OKTO Digitaljournalismus Akademie 2026+2027“. Der nichtkommerzielle Sender ist seit Jahren auf öffentliche Förderungen angewiesen. So wurde der Betrieb von OKTO früher auch von der Stadt Wien finanziert – für 2022 waren etwa 500.000 Euro vorgesehen. Nachdem die rot-pinke Wiener Stadtregierung diese Basisförderung eingestellt hatte, setzte der Sender verstärkt auf andere Förderquellen. OKTO selbst gibt heute an, vorwiegend aus Mitteln des RTR-Fonds zur Förderung des nichtkommerziellen Rundfunks finanziert zu werden. Nun kommen allein aus dem ersten Fördercall 2026 zur digitalen Transformation weitere knapp 235.000 Euro Steuergeld hinzu.

Damit finanziert der Staat über den Fonds nicht den laufenden Betrieb der Medienunternehmen als solchen, sondern konkrete Projekte, die unter die gesetzlichen und in den Förderrichtlinien festgelegten Kategorien der digitalen Transformation fallen.

Fördertopf wird ab 2027 ausgebaut

Bei den nun veröffentlichten Förderentscheidungen bleibt es nicht. Die Bundesregierung hat sich im Juli auf ein deutlich erweitertes Medienförderungspaket geeinigt.

Der Fonds zur Förderung der digitalen Transformation soll 2027 und 2028 mit jeweils 22,5 Millionen Euro ausgestattet werden. Damit stehen allein für diesen Bereich in den beiden kommenden Jahren insgesamt 45 Millionen Euro zur Verfügung.

Zusätzlich wird eine neue Zustellförderung von jährlich 22,5 Millionen Euro für abonnierte Tages- und Wochenzeitungen geschaffen. Sie soll die Zustellung gedruckter Zeitungen insbesondere außerhalb der Ballungsräume unterstützen.

Ein weiterer Förderbereich wird ebenfalls deutlich aufgestockt: Für Medienkompetenz und journalistische Angebote für junge Menschen stehen ab 2027 jährlich zehn Millionen Euro zur Verfügung. Davon sollen sieben Millionen Euro über den neuen Fördercall „Young Media“ für journalistische Jugendformate vergeben werden.

Damit sind ab 2027 allein für diese drei Bereiche jährlich 55 Millionen Euro vorgesehen: 22,5 Millionen Euro für digitale Transformation, 22,5 Millionen Euro für die Zeitungszustellung und zehn Millionen Euro für Medienkompetenz und Jugendformate.

Medienminister Andreas Babler (SPÖ) begründet den Ausbau mit der Bedeutung von Journalismus für die Demokratie. Die Bundesregierung wolle in „qualitätsvollen und kritischen Journalismus“ investieren und angesichts von Digitalisierung, Desinformation und der Dominanz großer Technologieplattformen den heimischen Medienstandort stärken.

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