Die WH International Services GmbH erhält für die Jahre 2027 bis 2031 jährlich sieben Millionen Euro brutto aus dem Wiener Budget.
Rot-pinke Verantwortung
Der Gemeinderat gab in der vergangenen Woche grünes Licht für den entsprechenden Vertrag. Die FPÖ lehnt die Finanzierung ab und fordert eine vollständige Kontrolle der Gesellschaft sowie weiterer städtischer Beteiligungen.
Neun Büros in Europa
Die Gesellschaft betreibt neun internationale Büros in Belgrad, Berlin, Budapest, Krakau, Laibach, Prag, Sarajewo, Sofia und Agram. Die Kontakte nach Preßburg werden von Wien aus organisiert.
Laut Stadt sollen die Büros Wien international vernetzen, Kontakte für Wirtschaft, Forschung und Verwaltung vermitteln sowie den Wirtschaftsstandort bewerben. Allerdings fragt man sich, was dann die Wirtschaftskammer mit ihren Standorten im Ausland tut.
Kritik an Kosten und Personalaufteilung
Für FPÖ-Gemeinderat Andreas Bussek steht der finanzielle Aufwand in keinem nachvollziehbaren Verhältnis zum Nutzen.
Die Gesellschaft beschäftige 57 Mitarbeiter, davon 26 in Wien. 40 Prozent der Arbeitszeit findet daheim statt. Gerade angesichts von neun Auslandsstandorten sei dieser hohe Anteil in der Zentrale aus Sicht der FPÖ erklärungsbedürftig.
Forderung nach umfassender Prüfung
Eine kostspielige Struktur innerhalb des Wien-Holding-Konzerns. Die FPÖ verlangt daher Transparenz über Personal, Rücklagen, Aufgabenerfüllung und den konkreten wirtschaftlichen Nutzen der Büros – nicht nur der WH International Services GmbH, sondern sämtlicher Tochtergesellschaften der Stadt.
Die Stadtregierung und die SPÖ verteidigen den Beschluss hingegen. SPÖ-Gemeinderat Sascha Obrecht verwies auf die Bedeutung internationaler Kontakte für Wirtschaftsansiedlungen, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Wien. Die Büros seien seit rund 30 Jahren ein Instrument der Stadtaußenpolitik.
Stadt plant Neuausrichtung
Aber ortet auch die SPÖ, dass sie dem Steuerzahler keinen Nutzen vermitteln kann? Denn die Firma soll neu aufgestellt werden. Künftig soll sie sich um die Ansiedlung internationaler Unternehmen, die Bewerbung des Wiener Startup-Standorts sowie die Vernetzung von Forschung, Investoren und Betrieben kümmern.
Die Internationalen Büros sollen damit weniger als reine Kommunikationsstellen und verstärkt als Standortagenturen arbeiten.
Zweifel an künftigen Nutzen
Die FPÖ bezweifelt jedoch, dass diese Neuausrichtung die hohen jährlichen Kosten rechtfertigt. Trotz der Kritik wurde der Vertrag mit der WH International Services GmbH mehrheitlich beschlossen. Die Freiheitlichen kündigen an, auf eine umfassende Kontrolle und mehr Transparenz bei den städtischen Beteiligungen zu drängen.
