An Österreichs öffentlichen Universitäten hat sich das Bild in den vergangenen Jahren zunehmend verändert: Es gibt mittlerweile mehr ausländische Studienanfänger als inländische. Und die Lücke wächst weiter.
Zahlen sprechen klare Sprache
Eine aktuelle Auswertung der Agenda Austria auf Basis von Statistik-Austria-Zahlen macht die Entwicklung unmissverständlich. Im Studienjahr 2024/25 standen 31.187 erstzugelassenen Ausländern nur 20.484 Österreicher gegenüber. Der Abstand beträgt über zehntausend Personen. Seit 2021/22 liegen die Ausländer vorn – und der Vorsprung wird von Jahr zu Jahr größer. Größte Gruppe: die Deutschen, die durchgehend 20 bis 25 Prozent ausmachen.
Die Rechnung zahlt der heimische Steuerzahler
Studieren ist in Österreich praktisch kostenlos. Abgesehen vom ÖH-Beitrag von 26,20 Euro pro Semester tragen die meisten Studierenden so gut wie nichts zur Finanzierung bei. Nur Langzeitstudierende und Drittstaatsangehörige zahlen 363,36 beziehungsweise 726,72 Euro. Im internationalen Vergleich sind das Peanuts. Die eigentlichen Kosten – bis zu 60.000 Euro pro Jahr allein für einen Medizinplatz – stemmt der Staat, also der Steuerzahler.
Billa-Verkäuferin finanziert ausländische Studenten
In seiner profil-Kolumne und der Auswertung seiner Denkfabrik bringt Franz Schellhorn das Dilemma auf den Punkt: Die alleinerziehende Billa-Verkäuferin finanziert mit ihrer Steuerleistung das knapp 300.000 Euro teure Zahnmedizinstudium des Sprösslings einer deutschen Arztfamilie. Der absolviert in Wien und übernimmt danach die elterliche Praxis in München. Fast 90 Prozent der in Wien ausgebildeten deutschen Zahnmediziner kehren zurück. Österreich investiert, das Humankapital wandert ab.
„Weder sozial noch fair“
Ökonomin Carmen Treml von der Agenda Austria formuliert es ungeschminkt:
Dass die alleinerziehende Billa-Verkäuferin mit ihrer Steuerleistung das knapp 300.000 Euro teure Zahnmedizinstudium des Sprösslings einer deutschen Arztfamilie mitbezahlt, damit dieser später die elterliche Praxis in München übernehmen kann, ist weder sozial noch fair.
Österreich sei als Studienort attraktiv, der Arbeitsmarkt biete aber zu wenig Anreiz, hierzubleiben. Die Devise müsse lauten: Studiengebühren rauf, Kosten auf den Faktor Arbeit runter
