Oberst Markus Reisner (l.) analysierte im Gespräch mit Moderator Stefan Gehrer die falsche Meerenge.

14. April 2026 / 10:38 Uhr

Geografie-Panne im ORF: Falsches Satellitenbild sorgt für Spott in den sozialen Medien

Ein unerwarteter Lapsus im ORF sorgt seit dem gestrigen Montagabend für Gesprächsstoff: In der Sendung „Aktuell nach eins“ kam es zu einem peinlichen geografischen Fehlgriff: Während Oberst Markus Reisner über die sicherheitspolitische Lage an der Straße von Hormus sprach, wurde im Hintergrund nicht die strategisch bedeutende Meerenge eingeblendet, sondern ein ganz anderes Gewässer – die Churan-Straße.

Verwechslungsgefahr auf engem Raum

Auf den ersten Blick wirken die beiden Meerengen ähnlich: Blaugrünes Wasser, Wüstenlandschaft, ein schmaler Kanal zwischen Festland und Insel. Doch geografisch und strategisch liegen Welten dazwischen. Die Straße von Hormus ist rund 50 Kilometer breit und eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Rund ein Fünftel des globalen Ölhandels passiert täglich diese Engstelle zwischen Iran und Oman, jeder Zwischenfall dort hat weltwirtschaftliche Bedeutung.

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Ganz anders die Churan-Straße: Sie liegt zwar nur unweit südlich, zwischen der iranischen Insel Qeschm und dem Festland, ist aber lediglich etwa 2,6 Kilometer breit. Das Gebiet gehört zum Hara-Biosphärenreservat, das für seine dichten Mangrovenwälder und flachen Gewässer bekannt ist und ist für große Tanker kein passierbares Terrain. Die dortigen Kanäle werden fast ausschließlich von kleinen Fischerbooten und touristischen Ausflugsbooten genutzt.

Reisner analysierte falsches Gewässer

In der Sendung zeigte der ORF während Reisners Analyse minutenlang ein Satelliten- oder Luftbild mit türkisblauen, seichten Gewässern und dunklen Inselstreifen – klar erkennbar als Landschaft der Hara-Mangroven bei Qeschm. Der Unterschied zur realen Topografie der Straße von Hormus, mit ihrem offenen Meereskorridor und deutlich tieferem Wasser, war Experten sofort ersichtlich.

Ursache unklar, aber kein Einzelfall

Wie es zu der Verwechslung kam, ist derzeit nicht bekannt. Üblicherweise greifen Redaktionen bei internationalen Themen auf Archiv- oder Agenturbilder zurück, die durch unklare Beschriftung oder fehlerhafte Metadaten leicht zu falschen Zuordnungen führen können. Solche Pannen haben in der Vergangenheit auch andere Sender getroffen – besonders bei Regionen mit ähnlicher Topografie oder schwer erkennbaren Satellitenansichten.

Kleine Verwechslung, große Symbolik

Der Fehler hat sich inzwischen in sozialen Netzwerken verbreitet und sorgt dort für humorvolle Kommentare über den „neuen Nebenarm der Straße von Hormus“. Dennoch dürfte der Fall beim ORF intern zu Nachbesprechungen führen.

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