Vier Wörter sollen helfen, eine Stimme zu schützen: „Io sono Giorgia Meloni“.
Eigene Stimme als Marke registriert
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat Anfang Oktober beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) eine viersekündige Tonaufnahme als Klangmarke angemeldet.
Damit will sie gegen die künstliche Nachbildung ihrer Stimme vorgehen. Der Antrag befindet sich derzeit in Prüfung. Doch damit dürfte Melonis Stimme nicht automatisch urheberrechtlich geschützt sein. Denn lässt ein KI-Programm Meloni andere Wörter sprechen, ist die markenrechtliche Handhabe begrenzt.
Kickl als unfreiwilliger Anlagewerber
Wie konkret das Problem ist, zeigen österreichische Fälle. FPÖ-Chef Herbert Kickl wird, wie die APA bereits im Juni berichtete, am häufigsten missbraucht, um Menschen auf dubiose Investmentplattformen zu locken. Die Betrüger versprechen unter anderem monatliche Einnahmen von 25.000 Euro bei einem Einsatz von lediglich 250 Euro.
Die Plattform Watchlist Internet dokumentierte zudem ein erfundenes Streitgespräch zwischen Kickl und Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Darin wird der Eindruck erweckt, Kurz halte eine lukrative Anlagemöglichkeit vor der Öffentlichkeit geheim. Der falsche Kickl erläutert anschließend die Anmeldung zur Plattform. Auch Armin Wolf wird als vermeintlicher Interviewer in die Täuschung eingebaut.
Bundespräsident verspricht Gewinne
Auch Alexander Van der Bellen wurde zum unfreiwilligen Werbeträger. Das österreichische Informationsportal onlinesicherheit.gv.at dokumentierte eine gefälschte Nachrichtensendung, in der der Bundespräsident scheinbar eine automatisierte Investmentplattform vorstellt.
Eine weitere Fälschung behauptet, die Regierung habe eine Entschädigung für Betrugsopfer beschlossen. Damit werden Menschen angesprochen, die bereits Geld verloren haben. Die vermeintliche Hilfe führt in eine neue Zahlungsfalle. Als Verbreitungskanäle solcher Videos nennt das Portal neben Facebook, Instagram und TikTok auch YouTube.
Organisierte Kriminalität
Im April wurden drei Callcenter in der Hauptstadt Albaniens Tirana ausgehoben und zehn Personen festgenommen – Schadenssumme mindestens 50 Millionen Euro.
Melonis Markenanmeldung ist ein Versuch, sich gegen diesen Missbrauch der eigenen Identität zu wehren.
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