Der ÖVP-Politiker Andreas Hanger dürfte gerade seine Sympathiewerte um einiges steigern. Und zwar mit einem neuen „Geschäftsmodell“: Klagen gegen Medien und Kommentarschreiber. Auch von unzensuriert will er Geld.
Anwalt fordert Löschung von Kommentaren
Über seinen Anwalt fordert er für die Löschung von zwei seines Erachtens inkriminierten Kommentaren auf Facebook, die unter dem Beitrag „ÖVP-Hanger findet Vornamen-Fehler und wird auf Facebook verspottet“ erschienen sind, Geld. Pro Kommentar exakt 672,68 Euro. Die Klagen sind noch rechtzeitig vor der Novelle eines Mediengesetzes eingebracht worden, das derzeit noch in Begutachtung ist und in Zukunft solche Klagen erschweren soll.
Eine E-Mail hätte genügt
Eine E-Mail hätte genügt, Herr Hanger! Dann hätten wir jene Kommentare, die nach Meinung des ÖVP-Politikers den „objektiven Tatbestand der Beschimpfung nach § 115 Abs. 1 StGB“ erfüllen, unbürokratisch und sofort von der Seite genommen. Der ÖVP-Abgeordnete tat das aber nicht und wählte lieber den Weg zum Anwalt.
Hanger ließ sich „Verlierer und Versager“ nicht gefallen
Rechtliche Schritte hat Hanger auch gegen einige Kommentarschreiber eingebracht. Wie berichtet, schrieb Friedrich P. unter einem Facebook-Beitrag „Was soll man von so einem Luser erwarten?“ Hanger ließ sich die Bezeichnung „Luser“ (wahrscheinlich war das englische Wort „Loser“ gemeint) nicht gefallen. Er ortete eine „Beschimpfung als Ausdruck der Missachtung gegenüber einer Person schlechthin“, wie es in der Privatanklage nun heißt. Denn das Schimpfwort bedeute „Verlierer und Versager“.
„Verdient man als Politiker zu wenig?“
Als unzensuriert darüber berichtete, reagierte das Netz mit Spott und Häme. „Verdient man als Politiker zu wenig?“, fragte Sepp E., und Gerhard B. beschrieb Hanger als „typischen Oevpler, selbst austeilen, aber einstecken null. Wie oft hat der Hänger (Originalzitat, Anm. d. R.) gegen Kickl und FPÖ-Wähler ausgeteilt?“
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