Die Ernteausfälle infolge der Dürrebelaufen sich bereits auf rund eine Milliarde Euro.

11. August 2026 / 08:20 Uhr

Millionen für Afrika, doch heimische Bauern warten weiter auf Hilfe

Nach einer ersten Bilanz der Österreichischen Hagelversicherung belaufen sich die Schäden in der Landwirtschaft infolge der Dürre auf rund eine Milliarde Euro.

Nur halb so viel Grünlanderträge

Besonders schwer betroffen ist das Grünland. Dort werden die Ertragsausfälle mit durchschnittlich rund 45 Prozent beziffert. Bei Mais fehlen etwa 25 Prozent der erwarteten Ernte, bei Getreide liegen die Einbußen je nach Kultur und Region zwischen 14 und 20 Prozent.

Für zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe geht es damit nicht bloß um ein schwaches Erntejahr, sondern um ihre wirtschaftliche Existenz.

Existenzsorgen bei Landwirten

Viehhalter müssen aufgrund fehlenden Futters Tiere verkaufen oder vorzeitig zur Schlachtung bringen. Gleichzeitig steigen die Kosten für den Zukauf von Futtermitteln.

Von der erwarteten Schadenssumme dürften lediglich rund 400 Millionen Euro durch Versicherungsleistungen gedeckt sein. Während etwa 80 Prozent der österreichischen Ackerflächen gegen Dürre versichert sind, beträgt der Anteil beim Grünland nur rund 40 Prozent.

Regierung reagiert, statt handelt

Obwohl die Dürre bereits viele Wochen andauert, gibt es bis jetzt nicht einmal den Anflug eines Hilfspakets durch die Bundesregierung. ÖVP-Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig hatte erst nach Bekanntwerden der Milliardenschäden angekündigt, mit Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) über mögliche Unterstützungen verhandeln zu wollen.

Zur Diskussion stehen unter anderem zinsbegünstigte Betriebsmittelkredite sowie Hilfen für jene Betriebe, die nicht oder nur unzureichend gegen Dürreschäden versichert sind. Das Finanzministerium stellte allerdings klar, eine sogenannte „Koste-es-was-es-wolle-Politik“ werde es nicht geben.

Schnedlitz: Bauern bekommen „kalte Schulter“

Zwar wurden bereits Erleichterungen beim Agrarumweltprogramm ÖPUL und bei der Ausgleichszulage beschlossen. Außerdem fördern Bund und Länder seit Jahren die Versicherungsprämien der Landwirte. Diese bestehenden Maßnahmen ersetzen jedoch kein auf die außergewöhnlichen Schäden des Jahres 2026 zugeschnittenes Hilfspaket.

Für FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz ist das Zögern der Regierung angesichts der dramatischen Lage nicht hinnehmbar.

Geld für Bauern in Afrika

Während für Projekte im Ausland Geld vorhanden sei, würden die österreichischen Landwirte zunächst gar nicht, dann auf Vertröstungen und Ankündigungen verwiesen.

Schnedlitz spricht von der „kalten Schulter“ für die Bauern und bezeichnet die Prioritätensetzung der Bundesregierung als „Verrat an der Heimat“. Denn die Regierung habe offenbar Geld für Projekte in Afrika, während bei existenziellen Schäden im eigenen Land zuerst langwierige Budgetverhandlungen geführt würden.

Mehr als eine Million Euro für Cashew-Projekt

Tatsächlich finanziert die österreichische Entwicklungshilfe zum Beispiel ein Projekt für Frauen in der Cashew-Produktion in Burkina Faso.

Nach Angaben der Austrian Development Agency beträgt die österreichische Fördersumme exakt 1.012.986 Euro.

Geschenk auf Steuerzahlerkosten

Finanziert werden unter anderem bessere Anbaumethoden, veredelte Setzlinge, ökologische Schädlingsbekämpfung, Lagerung, Verarbeitungsausrüstung sowie der Aufbau von Genossenschaften und Vermarktungsstrukturen für eine Pflanze, die in Österreich gar nicht wachsen könnte.

Österreich hat also nichts davon. Die Cashew-Produktion ist nur für Burkina Faso wirtschaftlich bedeutend, also ein unfreiwilliges Geschenk der österreichischen Steuerzahler.

Politischer Streit über die Prioritäten

Auf der einen Seite steht ein bereits genehmigtes Millionenprojekt für die Landwirtschaft in Westafrika, auf der anderen Seite warten österreichische Bauern nach Schäden von rund einer Milliarde Euro noch auf ein Hilfspaket.

Schnedlitz fordert deshalb, dass die Bundesregierung nicht nur Prüfungen und Gespräche ankündigt, sondern unverzüglich ein ausreichend dotiertes Hilfspaket vorlegt.

Falsche Prioritätensetzung

Österreichische Steuergelder müssten nach Ansicht der FPÖ zuerst dort eingesetzt werden, wo die eigene Bevölkerung und die heimische Versorgungssicherheit unmittelbar betroffen seien:

Während diese Verlierer-Koalition auf Knopfdruck hunderte Millionen für Nussbauern in Afrika, Gender-Projekte in Südamerika oder irgendwelche dubiosen NGOs im Ausland locker macht, wird bei unseren eigenen Leuten der Sparstift angesetzt.

Diese Prioritätensetzung sei nicht nur falsch, sie ist ein Verrat an Österreich!

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