Marlene Svazek und Leonore Gewessler

Svazek wirft Gewessler (rechts) vor, dass sich die “Grün*Innen” plötzlich als Schutzmacht der Wertschätzung von Kinderbetreuung inszenieren.

10. August 2026 / 12:02 Uhr

Svazek attackiert Grünen-Chefin Gewessler: „Zynische und herablassende Aussagen“

Die verheerende Aussage von ÖVP-Kanzler Christian Stocker, dass Kinderbetreuung „keine Arbeit“ sei, sorgt nun auch bei den Grünen für Nachwehen. Deren Chefin, Leonore Gewessler, wird von der Salzburger Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) bezichtigt, zynische und herablassende Aussagen getätigt zu haben. 

Politische Verortung völlig irrelevant

„Das kann man sich eigentlich nicht ausdenken“, schrieb Svazek auf ihrer Facebook-Seite. Sie wunderte sich, dass ausgerechnet jene Fragestellerin, die Stocker in die Bredouille brachte, meinte, dass sie nun keinesfalls politisch vereinnahmt werden wolle – wobei diese Vereinnahmung reflexartig bei der FPÖ verortet worden wäre, um anschließend ein gemeinsames Video mit Grünen-Chefin Leonore Gewessler zu veröffentlichen. Svazek wörtlich:

Dabei ist ihre politische Verortung für die Debatte völlig irrelevant. Ob links oder rechts: nicht ihre Person hat die Diskussion ausgelöst, sondern Stockers Antwort. Darum geht’s.

„Frauen zurück an den Herd“

Eine gewisse Ironie liege allerdings darin, dass sich ausgerechnet die „Grün*Innen“ nun als Schutzmacht der Wertschätzung von Kinderbetreuung inszenieren würden. Denn sobald über eine bessere finanzielle Absicherung von Müttern während der Karenz gesprochen werde, ertöne zuverlässig der Vorwurf, man wolle „Frauen zurück an den Herd“ drängen, sagte die Salzburger Landeshauptfrau-Stellvertreterin. 

Eltern verdienen Respekt

Diese Formulierung sei ähnlich zynisch und herablassend wie Stockers Aussagen. Wer Kindererziehung rhetorisch auf „den Herd“ reduziere, entwerte Familienarbeit auf seine ganz eigene Weise. Kinder großzuziehen sei laut Svazek weder gesellschaftlicher Rückschritt noch ein Relikt überkommener Rollenbilder. 

Vielleicht wäre weniger ideologische Selbstgewissheit angebracht. Kinderbetreuung sei Arbeit. Kindererziehung habe gesellschaftlichen Wert. Und Eltern würden Respekt verdienen – unabhängig davon, für welches Familien- und Erwerbsmodell sie sich entscheiden. Svazek wundert sich:

Die Gesellschaft ist manchmal schon von bemerkenswerter Absurdität. Und keine Sorge: Das war keine politische Vereinnahmung, nur eine Abgrenzung

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