Wolodymyr Selenskyj

Während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sich hinter dem Kriegsrecht verschanzt und Neuwahlen verweigert, rutscht er im Vertrauensranking auf Platz sechs ab.

8. August 2026 / 14:21 Uhr

Umfrage-Schock für Selenskyj: Ex-Armeechef Saluschnyj würde ihn bei Neuwahlen ablösen

Eine aktuelle Umfrage des ukrainischen Meinungsforschungsinstituts Socis zeigt ein klares Bild: Bei hypothetischen Neuwahlen würde der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im zweiten Wahlgang gegen seinen früheren Armeechef Walerij Saluschnyj deutlich unterliegen.

Nur 18 Prozent haben volles Vertrauen

Im Vertrauensranking landete Selenskyj nur auf dem sechsten Platz. Volles Vertrauen schenkten ihm 18 Prozent der Befragten, teilweise 24,5 Prozent. 37 Prozent gaben an, ihm überhaupt nicht zu vertrauen. An der Spitze steht der frühere Oberbefehlshaber und heutige Botschafter in London, Walerij Saluschnyj, mit 27,8 Prozent vollem und 37,1 Prozent teilweisem Vertrauen.

Klarer Favorit im zweiten Wahlgang

Im ersten Wahlgang läge Selenskyj noch knapp vorne. Doch sobald es in die Stichwahl geht, dreht sich das Bild. Gegen Saluschnyj würde der amtierende Präsident klar verlieren – ähnliche Niederlagen drohen ihm laut der Umfrage auch gegen andere Militärs und ehemalige Regierungsmitglieder. Saluschnyj war 2024 von Selenskyj als Armeechef abgesetzt worden, nachdem es zu Meinungsverschiedenheiten über die Kriegsführung gekommen war. Seither amtiert er als Botschafter in London.

Selenskyjs Amtszeit endete bereits im Mai 2024. Neuwahlen hat er bislang mit Verweis auf das Kriegsrecht abgelehnt. Eine Mehrheit der Befragten spricht sich inzwischen dafür aus, Wahlen abzuhalten, sobald das Kriegsrecht aufgehoben wird.

Korruption schlägt sogar die Raketen

Noch deutlicher wird die Unzufriedenheit bei der Frage nach den größten Problemen des Landes. 49,3 Prozent der Ukrainer nannten Korruption auf den höchsten staatlichen Ebenen als den Faktor, der die Lage am stärksten belastet – noch vor den ständigen Drohnen- und Raketenangriffen. 60,2 Prozent sehen anhaltende Korruption und die Veruntreuung von Haushaltsmitteln als den größten Fehler der aktuellen Regierung.

Saluschnyj gilt als militärischer Hardliner, hat aber wiederholt vor der Illusion gewarnt, ein vollständiger militärischer Sieg mit Rückkehr zu den Grenzen von 1991 oder 2022 sei realistisch erreichbar. Während der Präsident in Kiew am Kriegsrecht festhält und sich auf internationale Unterstützung stützt, zeigen die Zahlen der eigenen Bevölkerung, wie dünn die Rückendeckung inzwischen geworden ist.

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