Nur mehr 47,3 Prozent der österreichischen Haushalte lebten 2025 im Eigentum. Damit liegt die Quote deutlich unter dem Niveau von 2005, als noch mehr als jeder zweite Haushalt in den eigenen vier Wänden wohnte.
Immer mehr Mieter
Der Großteil entfällt auf Hauseigentum mit 35,5 Prozent, während 11,8 Prozent Wohnungseigentum besitzen.
Demgegenüber leben 43,1 Prozent der Haushalte in Hauptmiete. Private Mietwohnungen stellen mit 19,5 Prozent den größten Anteil, gefolgt von Genossenschaftswohnungen mit 17 Prozent und Gemeindewohnungen mit 6,5 Prozent.
Deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land
Regional ist die Eigentumsquote sehr unterschiedlich verteilt. Das Burgenland weist mit 66,5 Prozent den höchsten Anteil an Eigentümerhaushalten auf. Niederösterreich folgt mit 61,4 Prozent, vor der Steiermark mit 55,7 Prozent und Vorarlberg mit 55,5 Prozent.
Am anderen Ende liegt Wien: In der Bundeshauptstadt wohnen nur 19,3 Prozent der Haushalte im Eigentum. Gleichzeitig ist Wien von kleinen Haushalten geprägt. 45,5 Prozent aller Wiener Haushalte bestehen aus nur einer Person.
Kärnten fällt deutlich zurück
Besonders stark ging die Eigentumsquote zuletzt in Kärnten zurück: Sie sank innerhalb eines Jahres um 2,5 Prozentpunkte auf 53,1 Prozent. Auch in Niederösterreich und im Burgenland wurden Rückgänge verzeichnet.
Vorarlberg und Tirol bildeten die Ausnahme, dort stieg der Eigentumsanteil leicht.
Wohnkosten steigen um 35 Prozent
Die monatlichen Wohnkosten sind laut Statistik Austria zwischen 2015 und 2025 im Durchschnitt um rund 35 Prozent gestiegen. Bei Mietwohnungen fiel der Anstieg mit knapp 40 Prozent besonders kräftig aus.
Trotzdem blieb der durchschnittliche Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Haushaltseinkommen insgesamt nahezu stabil: 2025 lag er bei 15 Prozent, zehn Jahre zuvor bei 16 Prozent. Diese Durchschnittszahl verdeckt jedoch erhebliche Unterschiede.
Familien sind Gewinner
Ein-Eltern-Haushalte müssen 29 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aufbringen, alleinlebende Frauen 28 Prozent.
Mehr als die Hälfte der Ein-Eltern-Haushalte empfindet die Wohnkosten als starke Belastung, weitere 37 Prozent berichten von einer gewissen Belastung. Viele dieser Haushalte leben überdurchschnittlich häufig zur Miete.
Neue Mietverträge besonders teuer
Im Schnitt kostete eine Hauptmietwohnung 2025 inklusive Betriebskosten 10,2 Euro pro Quadratmeter. Besonders teuer sind neue Vertragsverhältnisse: Bei Mietverträgen mit einer Laufzeit von weniger als zwei Jahren lag der Durchschnitt bei 12,4 Euro pro Quadratmeter. Langjährige Mietverträge von mindestens 30 Jahren kosteten dagegen durchschnittlich 6,5 Euro.
Die Hälfte aller privaten Hauptmietverträge war 2025 befristet. In Genossenschafts- und Gemeindewohnungen sind Befristungen deutlich seltener, zudem laufen diese Verträge im Schnitt länger.
Weniger Neubau verschärft die Lage
Die schwierige Marktlage wirkt sich auch auf den Wohnungsbau aus. In Kärnten wurden laut der Plattform IMO United heuer lediglich 41 neue Wohnbauprojekte begonnen.
Damit bleibt der Wohnungsmarkt von einem Spannungsfeld geprägt: Eigentum ist für viele Menschen kaum mehr leistbar, während Mieten vor allem einkommensschwache und alleinerziehende Haushalte belasten.
