53.353 Ärzte gibt es in Österreich – und trotzdem warnt die Ärztekammer vor einer drohenden Versorgungslücke im öffentlichen Gesundheitssystem. Die FPÖ sieht die Verantwortung dafür bei der Verlierer-Ampel.
Tausende Ärzte gehen in Pension
Zwar ist die Zahl der Mediziner weiter gestiegen, doch der Behandlungsbedarf wächst durch die alternde Bevölkerung und längere Lebenserwartung ebenfalls. Gleichzeitig arbeiten immer mehr Ärzte in Teilzeit. In den kommenden zehn Jahren werden zudem rund 18.000 Mediziner das Pensionsalter erreichen, wodurch jährlich rund 1.836 Ärzte nachbesetzt werden müssten, um den aktuellen Stand zu halten.
Ärztekammer und FPÖ für mehr Basisausbildungsstellen
Als größtes Problem sieht die Ärztekammer die unzureichende Zahl an Basisausbildungsstellen in den Spitälern, die den Berufseinstieg junger Mediziner erschweren. Sie fordert deshalb eine garantierte Mindestzahl an Ausbildungsplätzen sowie attraktivere Arbeitsbedingungen im öffentlichen System. Dazu zählen flexiblere Arbeitsmodelle, Job-Sharing, die Möglichkeit einer Tätigkeit sowohl im Spital als auch in Ordinationen sowie ein deutlicher Abbau der Bürokratie, damit Ärzte mehr Zeit für ihre Patienten haben.
Ähnlich sehen das die Freiheitlichen: Auch Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak kritisierte den Engpass bei der Basisausbildung in den Spitälern scharf. Viele Medizinabsolventen müssten trotz steigenden Ärztebedarfs monatelang auf einen Ausbildungsplatz warten. Es sei unverständlich, dass Österreich viel Geld in die Ausbildung investiere, junge Mediziner nach dem Studium aber wegen fehlender Ausbildungsplätze in die Arbeitslosigkeit oder ins Ausland dränge – das sei “ein untragbarer Brain Drain, den sich Österreich angesichts des Ärztemangels schlicht nicht leisten kann.“
Ausbildungsgarantie für Medizinstudenten
Die Ursache: eine Gesundheitspolitik, die sich zu stark auf Bürokratie und Strukturreformen konzentriere, anstatt den Ärztemangel zu bekämpfen. Der FPÖ-Mandatar fordert daher einen Ausbildungsgipfel mit allen relevanten Akteuren, eine Ausbildungsgarantie für Medizinabsolventen, einen bundesweiten Ausbildungspool mit ausreichend finanzierten Stellen, eine langfristige Personalstrategie sowie bessere Arbeitsbedingungen, weniger Bürokratie und attraktivere Kassenstellen. Nur so könnte man die “hervorragend ausgebildeten Jungmediziner im Land halten und die medizinische Versorgung der österreichischen Bevölkerung dauerhaft sichern.“
