Der Fall eines zwölfjährigen Mädchens, das aus Angst vor einem neuen Betreuer aus einem Fenster gesprungen sein soll und sich dabei schwer verletzte, hat den Wiener Verein Homebase in den Blick der Öffentlichkeit gerückt.
Zunahme um 776 Prozent
Dabei zeigt sich die politische Dimension: Denn von der linken Stadtregierung wurde der Verein laut Bericht der Kronen Zeitung üppigst mit Steuergeld versorgt.
Demnach erhielt Homebase im Juni 2025 exakt 44.077 Euro von der Stadt Wien. Im März 2026 waren es schließlich 386.093 Euro – eine Zunahme von 776 Prozent.
Zehn betreute Wiener Kinder
Den höchsten monatlichen Betrag soll die Stadt im Jänner 2026 mit 415.094 Euro bezahlt haben.
Zum Stichtag 1. April 2026 seien laut Behörde zehn Wiener Kinder und Jugendliche durch den Verein betreut worden, davon acht in sozialtherapeutischer Einzelbetreuung und zwei Jugendliche im Rahmen von betreutem Wohnen.
Damit kostete jedes betreute Kind zwischen 869 und 1.235 Euro pro Tag!
Familiäre Verbindungen
Aber nicht nur diese gigantischen Beträge sorgen für Unmut, auch die familiäre Verflechtung mit der Stadtregierung. Denn der Vater des Geschäftsführers von Homebase arbeitet laut Kronen Zeitung als Personalvertreter in der MA 11 (Kinder- und Jugendhilfe).
Die Stadt Wien sah darin nach eigener Darstellung keinen Interessenkonflikt und erklärte: „Dies war offengelegt. Der Personalvertreter war in keiner Weise, mittelbar oder unmittelbar, in Entscheidungen bezüglich des Vereins Homebase eingebunden.“ Der Verein selbst wollte sich laut Bericht nicht äußern.
Vorwurf der Freunderlwirtschaft
Der freiheitliche Jugendsprecher Maximilian Weinzierl erhob in einer Aussendung schwere Vorwürfe gegen die Wiener Stadtregierung:
Wenn die Kosten für einen Verein innerhalb weniger Monate nahezu auf das Zehnfache explodieren und gleichzeitig Tagsätze von bis zu 1.235 Euro pro Kind verrechnet werden, dann müssten bei der zuständigen Neos-Vizebürgermeisterin sämtliche Alarmglocken schrillen.
Kontrolle versagt
Stattdessen dränge sich der Verdacht auf, dass hier Freunderlwirtschaft und mangelnde Kontrolle wichtiger waren als das Wohl der anvertrauten Kinder.
Die Neos würden sich gerne als moralische Saubermänner der Politik inszenieren, betrieben „in der Praxis aber offenbar dieselbe Freunderlwirtschaft wie ihre Koalitionspartner SPÖ und ÖVP.“ Und weiter:
Wer Transparenz predigt, muss sie auch selbst leben.
Forderung nach Aufklärung
Abschließend verlangte der FPÖ-Politiker eine umfassende Untersuchung. Es brauche eine rasche, lückenlose und unabhängige Aufklärung aller Vorwürfe:
Dieses offensichtliche Versagen muss sowohl personelle als auch politische Konsequenzen nach sich ziehen.
ÖVP fordert Verantwortung, Emmerling ordnet Prüfung an
Auch Wiens ÖVP-Chef Markus Figl verlangt Aufklärung. Gegenüber der Kronen Zeitung sagte er: „Vizebürgermeisterin Emmerling muss alle Vorwürfe restlos aufklären und die politische Verantwortung übernehmen.“
Bettina Emmerling (Neos) teilte der Kronen Zeitung mit, dass ihr die „beschriebenen Gegebenheiten nicht bekannt gewesen seien. Sie habe sofort eine weitere Prüfung und lückenlose Dokumentation bei der MA 11 beauftragt. „Sollte ein vermeidbares Fehlverhalten festgestellt werden, werden auch entsprechende Konsequenzen gezogen werden.“
