Mit einem Schreiben an die Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises in Aachen, Deutschland, fordert der Andreas-Hofer-Bund für Tirol die posthume Aberkennung des Karlspreises für Winston Churchill.
Historische Forschungen zeigten anderes Bild
Diesen Preis hatte Churchill 1955 verliehen bekommen. Die Gesellschaft würdigte ihn als „Hüter menschlicher Freiheit“ sowie als „Mahner der europäischen Jugend“. Doch jetzt hätten historische Forschungen ein anderes Bild des einstigen britischen Premierminsters (1874 bis 1965) gezeigt.
Ereignisse werden kontrovers diskutiert
In dem Schreiben führt der Andreas-Hofer-Bund für Tirol Ereignisse auf, die bis heute kontrovers diskutiert würden:
- die Verantwortung der britischen Regierung während der Kolonialherrschaft, insbesondere in Indien, Afrika und anderen Teilen des Britischen Empires;
- die Hungerkatastrophe in Bengalen 1943, bei der Millionen Menschen starben und über deren Ursachen sowie die politische Mitverantwortung Churchills bis heute intensiv geforscht und debattiert wird;
- die strategischen Flächenbombardierungen deutscher Städte mit hohen zivilen Opferzahlen;
- die politischen Entscheidungen der unmittelbaren Nachkriegszeit, die mit der Teilung Deutschlands, den Vertreibungen deutscher Bevölkerungsgruppen aus Ost- und Südosteuropa sowie den damit verbundenen millionenfachen menschlichen Tragödien verbunden waren;
- die Auswirkungen der Nachkriegsordnung auf historisch umstrittene Regionen wie Südtirol und das Sudetenland, deren Bevölkerung ebenfalls tiefgreifende politische und gesellschaftliche Folgen zu tragen hatte.
Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol verlangt eine differenzierte historische Aufarbeitung. Sie dürfe bei der Beurteilung historischer Persönlichkeiten nicht ausgeklammert werden.
In der Anlage finden Sie das Original-Schreiben des Andreas-Hofer-Bundes für Tirol an die Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises in Aachen:
