Ein unter 14-jähriger Tatverdächtiger in Wien-Brigittenau soll allein 270 Straftaten auf dem Konto haben. Laut Bezirksvorstehung bleibt der Junge wegen Strafunmündigkeit weitgehend unantastbar – ein Fall, der jetzt die Wiener Bezirke aufscheucht und den Kuschelkurs der SPÖ-Justizministerin in ein grelles Licht rückt.
Bezirksvorsteher fordern Knsequenzen
Bezirksvorsteher aus Favoriten, Brigittenau, Währing und Döbling schlagen Alarm. Nach einer Serie spektakulärer Gewalttaten berichten sie von steigender Jugendkriminalität, immer jüngeren Tätern und einem wachsenden Unsicherheitsgefühl. Schlägereien, Raubüberfälle und Angriffe auf Passanten häufen sich. Die Täter operieren oft bezirksübergreifend, die Bezirke selbst haben nur begrenzte Möglichkeiten.
Brigittenau als Warnsignal
Besonders der Fall aus der Brigittenau macht die Dimension sichtbar: 270 Straftaten gehen laut Bezirksvorstehung auf das Konto eines einzigen, unter 14-jährigen Tatverdächtigen. Der Junge ist strafunmündig – strafrechtliche Konsequenzen bleiben aus. Ähnliche Berichte kommen aus anderen Bezirken. In Favoriten eskalieren die Vorfälle rund um Reumannplatz, Keplerplatz, Wielandpark und im Sonnwendviertel.
Vor wenigen Tagen sorgte eine brutale Attacke im Kurpark Oberlaa für Entsetzen: Drei Burschen im Alter von 15 und 17 Jahren umkreisten ein Ehepaar mit E-Scootern, schlugen den 53-jährigen Mann nieder und traten mehrfach auf ihn ein. Die drei Beschuldigten wurden auf freiem Fuß angezeigt. Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) spricht in der Kronen Zeitung von „einer steigenden Gewaltbereitschaft“.
FPÖ will Strafmündigkeit herabsetzen, SPÖ-Justiz hält am Kuschelkurs fest
Während die Bezirke mehr Polizei und rasche Maßnahmen fordern, bleibt Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) bei ihrer Linie. Sie lehnt – wie berichtet – eine Herabsetzung der Strafmündigkeit auf zwölf Jahre weiter ab – genau jene Forderung, die die FPÖ seit Jahren erhebt. „Ich bin gegen eine Herabsetzung der Strafmündigkeit“, erklärte Sporrer. Und weiter: „Ich bleibe dabei: Kinder gehören erzogen, nicht eingesperrt.“ Statt strafrechtlicher Konsequenzen setzt sie auf sozialtherapeutische Wohngemeinschaften und Hausarrest. Genau diesen Kurs kritisiert FPÖ-Justizsprecher Harald Stefan, da dieser seiner Ansicht nach nicht die Opfer, sondern die Täter schütze.
