Die derzeitigen Umfragen zeichnen ein düsteres Bild für die Verlierer-Ampel und wirken sich zunehmend auch auf die traditionellen Hochburgen von SPÖ und ÖVP aus. In mehreren Bundesländern droht den einst großen Parteien der Machtverlust.
SPÖ könnte Nationalratspräsident verlieren
Die glücklose Dreier-Koalition erreicht in Umfragen gemeinsam nur noch 42 Prozent Zustimmung. Dieser Rückgang schlägt sich auch deutlich in der politischen Landschaft der Länder nieder. Besonders hart trifft es die SPÖ: Andreas Bablers Genossen fallen in aktuellen Erhebungen auf lediglich 15 Prozent zurück. Damit rückt sie gefährlich nahe an die Grünen heran, die sich innerhalb der statistischen Schwankungsbreite bereits auf Augenhöhe befinden. Es droht ein historischer Einschnitt, denn erstmals könnte die SPÖ nach einer Wahl sogar aus dem Nationalratspräsidium verdrängt werden.
ÖVP unter Druck
Auch die ÖVP kämpft mit massiven Verlusten. Nachdem sie 2019 noch 37 Prozent erzielte, liegt sie derzeit bei rund 20 Prozent und erreicht damit nur noch etwa jeden fünften Wähler. Innerhalb der Regierung gerät sie zunehmend unter Druck, zumal zentrale Themen kaum mehr politisch verwertbare Ergebnisse liefern. Parallel dazu bauen Herbert Kickls Freiheitliche ihren Vorsprung weiter aus und kommen, wie berichtet, inzwischen – je nach Institut – auf etwa 37 bis 39 Prozent in der Sonntagsfrage.
Schwarz und Rot verlieren auch in den Ländern
Der Untergang der Einheitspartei könnte sich auch bald in den Ländern zeigen. In Oberösterreich und Niederösterreich ist die FPÖ bereits als Koalitionspartner an der Regierung beteiligt. Die kommenden Landtagswahlen in den Jahren 2027 und 2028 könnten dort zu grundlegenden Machtverschiebungen führen. Selbst etablierte Amtsinhaber wie Niederösterreichs ÖVP-Landeschefin Johanna Mikl-Leitner oder ihr Parteikollege in Oberösterreich, Thomas Stelzer, sehen sich dadurch potenziell gefährdet.
Tirol und Kärnten vor Richtungswechsel
In Tirol spitzt sich die Lage ebenfalls zu: Laut einer aktuellen Foresight-Erhebung liegt die FPÖ im traditionell konservativ geprägten Bundesland gleichauf mit der ÖVP. Beide Parteien werden derzeit mit jeweils 29 Prozent bewertet, die Wahl ist also völlig offen. Auch in Kärnten ist ein politischer Wechsel nicht ausgeschlossen. Nach dem Rückzug von Langzeit-Landeshauptmann Peter Kaiser könnte die SPÖ ihre Führungsposition verlieren. Eine IFDD-Umfrage sieht die Sozialdemokraten bei 34 Prozent, während die FPÖ stark zulegt und bereits 32 Prozent erreicht.
Wien und Burgenland letzte rote Hochburgen
Stabiler präsentieren sich derzeit lediglich Wien und das Burgenland, die weiterhin von Michael Ludwigs Sozialdemokraten regiert werden, sowie Vorarlberg. In der Steiermark hingegen hat die FPÖ bereits Ende 2024 die Führung übernommen, mit Mario Kunasek an der Spitze.
