ÖVP-Kanzler Christian Stocker rechnet jetzt knallhart mit der FPÖ ab. So sehen es im medialen Sommerloch zumindest einige Zeitungen. Doch betrachtet man seine Aussagen konkret, sprach Stocker nichtssagend genug, um vielsagend zu wirken.
Republik in Trümmern
Seine angebliche harte Abrechnung beschränkte sich im Wesentlichen auf die Unterstellung, dass die Freiheitlichen „alles zerstören wollen“, und er stellte die Frage: „Wollen wir eine Republik in Trümmern?“ Was genau die Blauen in Österreich zerstören und wie sie das Land zertrümmern wollen, sagte Stocker allerdings nicht.
Nichts Konkretes, nur Spekulationen
So bleiben lediglich Spekulationen, was Stocker mit seinen Andeutungen gemeint haben könnte. Womöglich die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaften in der Arbeiter- und Wirtschaftskammer, das Aus der ORF-Haushaltsabgabe? Man weiß es nicht.Â
Wofür Stocker täglich arbeitet
Auf seiner von den Steuerzahlern finanzierten Kanzler-Tour machte Stocker dann noch eine sehr bemerkenswerte Wortmeldung:
Ich arbeite täglich daran, dass die FPÖ keine Mehrheit bekommt.
Damit gestand er praktisch ein, was schon viele vermuteten: Dem ÖVP-Chef geht es also in erster Linie darum, gemeinsam mit der SPÖ und den Neos FPÖ-Chef Herbert Kickl zu verhindern. Die Zuhörer, die vor der Sommertour feinsäuberlich ausgewählt wurden, hätten von Stocker viel lieber gehört, dass er täglich daran arbeitet, damit es den Menschen im Land besser geht.Â
“Ich könnte in Pension gehen”
Als der Bundeskanzler dann auch noch den Uneigennutz seines Handelns vermitteln wollte, kam das ziemlich plump rüber. „Was ich mache, mache ich für Sie“, sagte Stocker. „Ich müsste das nicht mehr machen, ich könnte in Pension gehen“. Ob bei dieser Offenbarung der Aufopferung für das Volk der eine oder andere eine Träne verdrücken musste, war nirgends zu lesen.
