Jens Spahn ist als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurückgetreten. Der ehemalige Gesundheitsminister hat die Parteivorsitzenden Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU) über den Schritt informiert; Hintergrund ist Debatte um seine Elternschaft mit Hilfe einer Leihmutter in den USA.
Vorwurf von Doppelmoral und Kinderkauf
Spahn und sein Ehemann sind über eine Leihmutter in den USA Eltern geworden, was in Deutschland rechtlich verboten ist und auch politisch für einige Kritik sorgt: Spahn musste sich den Vorwurf der Doppelmoral gefallen lassen – und jenen, dass sich der skandalumwitterte Politiker, dessen Masken-Deals aus der Corona-Zeit noch heute aufgeklärt werden müssen, sich das erlaube, was er anderen verbietet. Spahn hatte sich selbst früher wiederholt gegen eine Legalisierung der Leihmutterschaft ausgesprochen und die CDU lehnt diese Praxis in jeder Form ab.
Leihmutterschaft soll „private Entscheidung“ gewesen sein
In seinem Schreiben erklärte Spahn: „Ich habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, darüber informiert, dass ich mit diesem Schreiben an unsere Fraktion von meinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktrete.“ Er verwies zudem darauf, dass der Spagat zwischen der „privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft“ und der Erwartung an ihn als Fraktionsvorsitzenden größer geworden sei als erwartet.
