An einer kroatischen Tankstelle des Petrol-Konzerns stehen die Preise klar und verlockend: 1,540 Euro für Eurodiesel, 1,540 Euro für Eurosuper 95, 2,050 Euro für die Premium-Variante und 0,710 Euro für Autogas. Nur ein paar hundert Kilometer weiter nördlich, an einer Shell-Station in Österreich, zeigt die Tafel ganz andere Zahlen – Diesel bei 2,019 Euro, Super 95 bei 1,879 Euro. Der Unterschied springt ins Auge.
Der krasse Preis-Unterschied an der Zapfsäule
Mitte Juli 2026 kosten Standardkraftstoffe in Kroatien an vielen Stationen weiterhin um die 1,54 bis 1,59 Euro pro Liter. Die kroatische Regierung regelt die Höchstpreise alle 14 Tage neu, begrenzt die Margen der Ölkonzerne und passt die Verbrauchsteuern an. Ohne diese Eingriffe lägen die Preise laut eigenen Angaben der Regierung spürbar höher – bei Benzin etwa bei 1,66 Euro statt 1,54. Die Maßnahme wirkt: Kroatien liegt im EU-Vergleich im günstigen Mittelfeld.
Was macht Österreich falsch?
In Österreich dagegen bewegen sich die Durchschnittspreise derzeit bei Super 95 um 1,83 Euro und bei Diesel um 1,93 Euro. An einzelnen Stationen und auf Autobahnen werden auch die im Bild gezeigten Werte von knapp zwei Euro und mehr erreicht. Die Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und Neos hat die Spritpreisbremse zwar verlängert, aber ab Juli nur noch mit einer winzigen Mineralölsteuer-Senkung von 0,8 Cent pro Liter. Der CO₂-Aufschlag bleibt bestehen und treibt die Belastung weiter.
Wie Kroatien seine Bürger vor hohen Preisen schützt
Zagreb nutzt den Spielraum innerhalb der EU-Regeln konsequent. Die Regierung senkt bei Bedarf die Verbrauchsteuern, deckelt die Handelsspannen und veröffentlicht transparent, was ohne Eingriff auf den Bürger zukäme. Das Ergebnis: Autofahrer und vor allem Pendler und Gewerbetreibende spüren weniger Druck. Auch beim günstigen Autogas zeigt sich der Effekt deutlich – 0,71 Euro in Kroatien gegenüber deutlich höheren Werten in Österreich.
