Der frühere Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) muss sich am heutigen Freitag am Landesgericht Linz wegen Untreue verantworten. Nach der Aufhebung einer zunächst angebotenen Diversion durch das Oberlandesgericht Linz kommt es nun doch zum Prozess, für den lediglich drei Stunden angesetzt sind; bei einer Verurteilung drohen bis zu drei Jahre Haft.
Schwere Vorwürfe gegen SPÖ-Bürgermeister
Im Zentrum der Anklage steht die Brucknerhausaffäre rund um das Auswahlverfahren für die künstlerische Geschäftsführung der Linzer Veranstaltungsgesellschaft LIVA im Jahr 2017. Luger soll seinem bevorzugten Bewerber Dietmar Kerschbaum vorab Fragen der Hearingkommission zugespielt haben und später, obwohl er selbst die undichte Stelle war, ein Rechtsgutachten dazu in Auftrag gegeben haben.
Kein ausreichendes Signal: Diversion aufgehoben
Ende 2025 schien das Verfahren noch mit einer Diversion erledigt zu sein, nachdem Luger 20.000 Euro bezahlt hatte. Die Staatsanwaltschaft bekämpfte diese Einstellung jedoch, und das OLG Linz hob die Diversion im April schließlich auf. Das Oberlandesgericht begründete dies unter anderem damit, dass eine solche Geldbuße der Öffentlichkeit kein ausreichendes Signal sende und sprach in seiner Begründung sogar von „besonderen Charakterdefiziten“.
Staatsanwaltschaft: Luger deckte eigenes Fehlverhalten
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Auftrag für das Gutachten vorwiegend in Lugers eigenem Interesse gelegen sei. Der Schaden wird mit exakt 19.061,15 Euro beziffert; Luger hat diesen Betrag inzwischen laut Berichten zurückgezahlt.
Mit dem Gutachten habe er nach Ansicht der Anklage nicht das Vermögen der Stadt geschützt, sondern sein eigenes Fehlverhalten verdeckt.
Als Zeugen sind der frühere Rechtsvertreter, zwei damalige LIVA-Aufsichtsratsmitglieder sowie der ehemalige kaufmännische Geschäftsführer geladen. Laut Berichten will Luger den Vorwurf bestreiten; ein Urteil wird noch am selben Tag erwartet und wäre nicht mehr anfechtbar.
