FPÖ-Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm fordert Entlastungen und umfassende Standortreformen.

25. Juni 2026 / 17:30 Uhr

Versagt: Schwaches Wachstum, sinkende Kaufkraft, hohe Arbeitslosigkeit

Österreichs Wirtschaft dürfte in den Jahren 2026 und 2027 jeweils nur um etwa ein Prozent wachsen.

Schwache Entwicklung

Das geht aus der aktuellen Wifo-Prognose hervor. Zwar sei die Ausgangslage für das laufende Jahr günstiger als noch in der Frühjahrsprognose angenommen, doch der Iran-Krieg und der damit verbundene Anstieg der Rohöl- und Erdgaspreise haben Spuren hinterlassen.


Austria First Politische Anzeige

POLITISCHE ANZEIGE des FREIHEITLICHEN PARLAMENTSKLUBS.
Weitere Informationen: Transparenzbekanntmachung

Prinzip Hoffnung

Die Inflation ist im Frühjahr deutlich gestiegen, gleichzeitig hat sich die Stimmung bei Haushalten und Unternehmen eingetrübt.

Ab der zweiten Jahreshälfte rechnet das Wifo jedoch mit einer schrittweisen Erholung.

Ausrede Energiepreise

Voraussetzung dafür sei, dass sich die weltweiten Produktions- und Transportmengen von Rohöl und Erdgas normalisieren und die Energiepreise wieder zurückgehen.

Wifo-Ökonom Stefan Ederer verweist darauf, dass auf den Terminmärkten derzeit ein schnellerer Rückgang der Energiepreise erwartet werde als zuletzt angenommen. Sollte dieser Rückgang noch rascher erfolgen, könnte sich auch die Konjunktur schneller erholen.

Inflation bleibt Belastung für Haushalte

Für 2026 erwartet das Wifo eine durchschnittliche Inflation von 3,2 Prozent. Im Jahr 2027 soll sie auf 2,4 Prozent sinken. Grund für den stärkeren Preisanstieg im laufenden Jahr sind unter anderem höhere Mineralölpreise sowie das erwartete Auslaufen der Spritpreisbremse Ende Juni.

Für viele Haushalte bleibt die Lage angespannt. Zurückhaltende Lohnabschlüsse aus dem Vorjahr und die hohe Teuerung drücken auf die Kaufkraft. Die Realeinkommen der privaten Haushalte dürften daher erneut schrumpfen. Das bremst den privaten Konsum und damit auch konsumnahe Dienstleistungsbereiche.

Arbeitslosigkeit steigt zunächst weiter

Auch am Arbeitsmarkt ist vorerst keine Entspannung in Sicht. Die Beschäftigung dürfte 2026 nur moderat zulegen. Die Arbeitslosenquote steigt laut Wifo im Jahresdurchschnitt auf 7,5 Prozent. Erst 2027 soll sie wieder leicht auf 7,3 Prozent zurückgehen – auch hier Prinzip Hoffnung.

Industrie und Exportwirtschaft könnten im Prognosezeitraum wieder vom weltweiten Aufschwung profitieren. In der Bauwirtschaft erwartet das Wifo hingegen kein relevantes Wachstum.

Defizit bleibt hoch

Auch die öffentlichen Finanzen bleiben angespannt. Der Finanzierungssaldo des Staates soll sich zwar leicht verbessern, bleibt aber deutlich negativ. Für 2026 wird ein Defizit von rund vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwartet, für 2027 von 3,7 Prozent. Die Staatsschuldenquote dürfte bis 2027 auf knapp 84 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen.

Kolm: „Kein Aufschwung, sondern Stagnation“

Scharfe Kritik kommt von FPÖ-Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm. Sie sieht in der Prognose eine „klare wirtschaftspolitische Bankrotterklärung“. Ein Wachstum von rund einem Prozent sei kein Aufschwung, sondern die Fortsetzung der Stagnation.

Besonders problematisch sei, dass die Realeinkommen erneut sinken und die Bevölkerung weiter an Kaufkraft verliere.

Kritik an Prinzip Hoffnung auf andere

Kolm kritisiert, die Politik verlasse sich zu stark auf sinkende Energiepreise. Das sei „kein politisches Konzept, sondern die Hoffnung auf günstige Marktbewegungen“. Und weiter:

Das zugrunde liegende Narrativ ist gefährlich bequem. Die Konjunktur soll sich einfach wieder erholen, sobald die Energiepreise sinken, heißt es.

Österreich brauche stattdessen eine klare wirtschaftspolitische Linie mit weniger Belastungen, mehr Wettbewerb, wettbewerbsfähigen Energiepreisen und spürbaren Entlastungen für Arbeitnehmer und Unternehmen.

Hausgemachte Probleme

Die freiheitliche Wirtschaftssprecherin sieht die Ursachen der schwachen Entwicklung nicht nur in internationalen Krisen. Hohe Abgaben, steigende Schulden und fehlende Investitionsanreize seien hausgemachte Probleme. Dass selbst bei einem Defizit von rund vier Prozent kein nennenswertes Wachstum entstehe, zeige die Wirkungslosigkeit der aktuellen Wirtschaftspolitik.

Ruf nach Standortreformen

Kolm fordert umfassende Reformen, um Investitionen zu erleichtern und bürokratische Hürden abzubauen. Leistung müsse wieder stärker belohnt werden. Nur so könne Österreich nachhaltig wachsen und verlorene Kaufkraft zurückgewinnen.

Unterstützen Sie unsere kritische, unzensurierte Berichterstattung mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Teile diesen Artikel

    Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:

Austria First Politische Anzeige

POLITISCHE ANZEIGE des FREIHEITLICHEN PARLAMENTSKLUBS.
Weitere Informationen: Transparenzbekanntmachung

Politik aktuell

25.

Juni

17:30 Uhr

Wir infomieren

Unzensuriert Infobrief

Unzensuriert Video-Empfehlung:
Viele eigeneartige Dinge - Hafenecker über die Causa Pilnacek
Klicken um das Video zu laden
Erst nach dem Klick wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt.