Ende Mai 2026 waren mehr als 378.000 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in einer Schulung gemeldet. Das meldete das Sozialministerium Anfang Juni. Gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet das einen Anstieg um 0,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote in der Bevölkerung kletterte damit auf 7,1 Prozent.
Langzeitarbeitslosigkeit erreicht 34 Prozent
Da die Zahl der Arbeitssuchenden schon über Monate steigt, wächst auch die Gruppe der Langzeitbeschäftigungslosen. Ende Mai waren 102.788 Personen mindestens ein Jahr beim AMS vorgemerkt – ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen liegt bei 34 Prozent.
Frauen ab 60 besonders hart getroffen
Besonders auffällig ist der Anstieg bei Frauen ab 60 Jahren. Ihre Zahl bei den Arbeitslosen stieg um 32 Prozent auf rund 8.100. Viele von ihnen sind gesundheitlich eingeschränkt. Zusätzlich erschweren Vorbehalte in Betrieben den Wiedereinstieg, gerade kurz vor dem Pensionsalter. Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) forderte in einer Aussendung von den Unternehmen ein Umdenken, lässt aber konkrete Maßnahmen offen.
Während die Arbeitslosigkeit bei Männern leicht zurückging, stieg sie bei Frauen um fünf Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit legte ebenfalls leicht zu. Die Zahl der offenen Stellen beim AMS sank um 5,4 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Lehrstellensuchenden, während offene Lehrstellen abnahmen.
Politischer Kontext und anhaltender Trend
Die schwache Konjunktur belastet den Arbeitsmarkt weiter. Die Zahlen für Mai 2026 passen in ein Muster der letzten Monate, in denen die Arbeitslosigkeit trotz politischer Versprechen nicht spürbar zurückging. Die aktuellen AMS-Daten zeigen klare Fakten: Mehr Langzeitarbeitslose, steigende Quote und anhaltender Druck auf bestimmte Gruppen. Ob und wie die Politik hier gegensteuert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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