Abelardo de la Espriella hat gute Chancen, der nächste Präsident Kolumbiens zu werden.

1. Juni 2026 / 14:20 Uhr

Rechter Kandidat führt Umfragen zu Präsidentschaftswahlen an

Kolumbien wählt am 21. Juni 2026 einen neuen Präsidenten: Der rechte Kandidat Abelardo de la Espriella liegt mit rund 43,7 Prozent der Stimmen vor Iván Cepeda aus dem linken Petro-Lager, der auf etwa 40,9 Prozent kommt. Beide treffen in der Stichwahl aufeinander.

Wirtschaftsfreundlich und Wertkonservativ

Abelardo Gabriel de la Espriella Otero, geboren 1978 in Bogotá, ist ein kolumbianisch-italienischer Anwalt und Unternehmer. Er gründete die Bewegung „Defensor de la Patria“ und kandidiert erstmals für das höchste Staatsamt. In seiner Politik setzt er auf eine harte Hand gegen Kriminalität, und erklärte wiederholt, dass sich Kriminelle dem Staat unterordnen müssten.


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Er fordert ein Ende der Verhandlungspolitik mit Guerillagruppen wie der FARC und dem ELN. De la Espriella will die Legalisierung des Waffentragens für Zivilisten durchsetzen und eine marktfreundliche Wirtschaftspolitik betreiben, den Staat verkleinern und Ministerien abbauen. Gesellschaftspolitisch vertritt er konservative Positionen und spricht sich gegen Abtreibung, Euthanasie und die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare aus.

In der Außenpolitik plant er einen Bruch mit Venezuela, Kuba und Nicaragua, möchte die Beziehungen zu Israel ausbauen und Kolumbien aus der UNO sowie dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte herausführen. Gegen den Drogenterrorismus will er Koka-Plantagen mit US-Flugzeugen bombardieren und sogenannte Narkoterroristenlager zerstören

Prominenter Linker als Konkurrenz

Iván Cepeda Castro, geboren 1962 in Bogotá, ist Philosoph, Menschenrechtsaktivist und seit 2014 Senator. Er kandidiert für den Pacto Histórico, das politische Bündnis des linken Präsidenten Gustavo Petro.

Cepeda gilt als eine der moralischen Autoritäten der kolumbianischen Linken und als Vertreter der Opfer politischer Gewalt. Er engagierte sich für die Aufarbeitung von Landenteignungen, Missständen im Gefängnissystem, sexueller Gewalt gegen Frauen im bewaffneten Konflikt sowie für den Prozess der Demobilisierung paramilitärischer Gruppen. 2005 gründete er die Nationale Bewegung der Opfer staatlicher Verbrechen (MOVICE).

Cepeda war an Friedensprozessen zwischen bewaffneten Gruppen und dem Staat beteiligt und gilt als einer der schärfsten Gegner von Ex-Präsident Álvaro Uribe, gegen den er zahlreiche Anzeigen und Beschwerden einbrachte.


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