Peter Thiel, Tech-Unternehmer, PayPal-Mitgründer und Unterstützer von Donald Trump und Ex-Kanzler Sebastian Kurz, ist für das rote Wien untragbar.

1. Juni 2026 / 10:11 Uhr

Wiener Festwochen: Peter Thiel muss weichen, um linke Hegemonie nicht zu stören

Die Wiener Festwochen wollten einen der bedeutendsten Unternehmer des Silicon Valley auf die Bühne holen.

Verbindungen zur ÖVP

Nun findet die für 7. Juni geplante Diskussion mit Peter Thiel doch nicht statt. Der PayPal-Mitgründer, Palantir-Investor, Unterstützer von Donald Trump und Arbeitgeber von Sebastian Kurz (ÖVP) nach dessen unrühmlichem Abgang als Bundeskanzler, wurde nach heftigen Protesten wieder ausgeladen.


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Selbstgefälligkeit der Kulturblase

Nach Angaben der Festwochen fiel die Entscheidung nicht sofort. Zunächst habe es interne Beratungen, eine öffentliche Diskussion und die Einschätzung externer Experten gegeben. Diese hätten eher dafür gesprochen, die Veranstaltung stattfinden zu lassen.

Auch das eigens befasste Beratungsgremium soll den Standpunkt vertreten haben, dass eine offene Gesellschaft selbst harte, polarisierende und – nach Meinung des offensichtlich linken Gremiums – antidemokratische Positionen nicht aus dem öffentlichen Gespräch verdrängen dürfe, sondern ihnen argumentativ begegnen müsse.

Am Nasenring in der Manege

Am Ende spielten jedoch die selbst gezüchteten vermeintlichen Künstler und Beteiligten ihre Macht aus. Er oder sie.

Intendant Milo Rau erklärte sinngemäß, er halte die geplante Diskussion zwar für inhaltlich konsequent und reizvoll, wolle das Gesamtprogramm aber nicht durch ein Festhalten an Thiels Auftritt gefährden. Die Absage sei daher nicht aus inhaltlicher Zustimmung zu den Kritikern erfolgt, sondern aus Verantwortung gegenüber dem Festivalbetrieb. Die in Wien bestimmende SPÖ steht wie ein gewaschener Pudel da.

Totale Blamage

Denn die Festwochen hatten mit der Einladung nicht nur einen prominenten Gast angekündigt, sondern zugleich ein Verfahren erprobt, mit dem – nur in ihren eigenen Reihen – umstrittene Einladungen geprüft werden sollten.

Die Prüfung ergab: in Ordnung. Danach wurden die Prüfer blamiert, bis auf die Knochen.

Vielfalt nicht erwünscht

Thiel ist zweifellos keine linke Figur. Der deutschstämmige US-Unternehmer steht für Wirtschaftsfreiheit, politischem Rechtskurs, aber auch Big-Tech-Macht und apokalyptisch gefärbten Weltdeutungen.

Gerade deshalb wäre eine Veranstaltung mit ihm interessant gewesen. Doch Linke wollen keine anderen Meinungen hören.

FPÖ und ÖVP mit scharfer Kritik

Die politische Reaktion auf die Absage fiel scharf aus. FPÖ und ÖVP sehen darin einen Beleg dafür, dass die Wiener Festwochen den Anspruch auf offenen Diskurs verspielt hätten.

Die Wiener ÖVP kritisierte die Entscheidung in einer Aussendung deutlich. Klubobmann Harald Zierfuß erklärte:

Angekündigte Debatten absagen, weil sie linken Künstlern nicht gefallen – diese Art der Debattenkultur ist abzulehnen. Wenn sich die Wiener Festwochen allein als linke Echokammer verstehen wollen, brauchen wir sie schlichtweg nicht.

Damit stellt die Volkspartei nicht nur die konkrete Absage infrage, sondern den kulturpolitischen Kurs des Festivals insgesamt.

Frage der Finanzierung

Auch die Finanzierung wird von der ÖVP ausdrücklich thematisiert. Gemeinderätin Judith Edelmann, Kultursprecherin der Wiener Volkspartei, verweist auf die öffentliche Förderung und sagt:

Für 13,6 Millionen Euro Steuergeld dürfen sich die Wienerinnen und Wiener erwarten, dass Veranstaltungen nicht einfach nach Belieben abgesagt werden – nur weil es ein paar Beteiligten so gefällt.

„Linke Agitationsbühne“

Noch schärfer reagierte die FPÖ. Der Wiener FPÖ-Kultursprecher Lukas Brucker sprach von einem umfassenden Versagen der Festwochen-Leitung.

Die Wiener Festwochen sind unter Milo Rau endgültig zu einer heruntergekommenen linken Agitationsbühne ohne künstlerischen Mehrwert verkommen.

Die Ausladung Thiels wertet er nicht als isolierte Fehlentscheidung, sondern als Symptom einer grundsätzlich falschen Kulturpolitik. Wer Gäste zunächst ankündige und sie dann wegen politischer Debatten wieder auslade, mache das Festival „zur Bühne persönlicher Profilierung statt zu einem Ort des offenen Diskurses“.

Rückforderung der Fördermittel

Die FPÖ verbindet ihre Kritik zudem mit personellen Forderungen. Brucker verlangt die sofortige Absetzung Raus, die Rückforderung von Fördermitteln und einen künftigen Förderstopp.

Auch Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler nimmt er ins Visier:

SPÖ-Kulturstadträtin Kaup-Hasler trägt die volle politische Verantwortung für dieses Festwochen-Debakel. Wer einen derartigen Wahnsinn zulässt und finanziert, ist rücktrittsreif.


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